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Haftstrafen wegen Schändung jüdischer und muslimischer Gräber

AFP VOM 20.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 391 Aufrufe
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Schändung, Gräber, Neonazi

Junge Männer aus Skinhead-Szene in Straßburg verurteilt

Wegen der Schändung jüdischer und muslimischer Gräber sind drei junge Männer aus der Skinhead-Szene am Mittwoch in Straßburg zu Haftstrafen verurteilt worden. Zwei von ihnen, die als Rädelsführer gelten, verurteilte das Gericht zu 18 Monaten Gefängnis, den dritten zu einer einjährigen Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen bis zu drei Jahren Haft gefordert.

Die Angeklagten, die heute 22 Jahre alt sind, hatten zwischen Januar und September 2010 auf verschiedenen Friedhöfen in Straßburg insgesamt 90 Gräber beschädigt oder mit Nazi-Inschriften wie "Juden raus" oder Hakenkreuzen beschmiert. Vor Gericht gab nur einer von ihnen die Taten zu. Er habe sich sich "interessant machen" wollen und nicht an die Folgen gedacht, sagte der junge Mann.

Die rassistisch motivierten Taten hatten damals auch außerhalb Frankreichs für Empörung gesorgt. Besonders groß war die Bestürzung nach der Schändung von 30 Gräbern auf dem jüdischen Friedhof von Straßburg am 27. Januar 2010 - dem Tag des Gedenkens an die Befreiung der NS-Konzentrationslagers Auschwitz.

Bereits im April 2003 war im elsässischen Colmar ein alter jüdischer Friedhof verwüstet worden. Damals wurden 117 der 400 Grabsteine mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen beschmiert. Der Täter, ein 37 Jahre alter Elsässer aus der Neonazi-Szene, erhielt dafür im September 2007 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2012



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