Haftstrafe für iranischen Reformjournalisten stark verkürzt
AFP VOM 15.5.2001 | Nachrichten - International | 3428 Aufrufe Mehr zum Thema:Iran, Berlin, Akbar, Gandji
- Gandschi nahm an umstrittener Berliner Konferenz teil
Ein Berufungsgericht in Teheran hat am Dienstag die Haftstrafe für den reformorientierten Journalisten Akbar Gandschi von zehn Jahren auf sechs Monate verkürzt. Gandschi dürfte in Kürze freikommen, da er bereits 13 Monate im Gefängnis verbracht habe, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA den Anwalt des Journalisten. Der 45-jährige Gandschi war im Januar wegen seiner Teilnahme an einer von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin organisierten Iran-Konferenz verurteilt worden. Die Tagung im vergangenen April über politische und religiöse Reformen in Iran war von den geistlichen Machthabern Teherans als "anti-islamisch" verurteilt und im Prozess als "Komplott gegen die Regierung" bezeichnet worden. Neben Gandschi waren neun weitere Konferenz-Teilnehmer zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Urteile hatten zu Spannungen im deutsch-iranischen Verhältnis geführt.
Nach Angaben von Gandschis Anwalt hielt das Berufungsgericht in Teheran nur den Vorwurf der "Propaganda gegen das System" für gerechtfertigt. Die Anklagepunkte "Anschlag gegen die Staatssicherheit", "Beleidigung von führenden Vertretern des Staates" sowie "Verbreitung von Geheimdokumenten", die das Revolutionsgericht zur Begründung seines Urteils angeführt hatte, ließ das Berufungsgericht fallen.
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