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Haftentlassung des Sohns von Ex-Mafiaboss Riina sorgt für Unmut

AFP VOM 29.2.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 9834 Aufrufe
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Italiens Justizminister fordert schnelle Überprüfung

Die vorzeitige Haftentlassung eines Sohns von Ex-Mafia-Boss Toto Riina hat in Italien für Unmut gesorgt. Justizminister Luigi Scotti forderte am Freitag schnelle Aufklärung darüber, warum der 27-jährige Giuseppe Salvatore Riina am Donnerstag wegen Verfahrensfehlern aus einem Hochsicherheitsgefängnis im westitalienischen Sulmona entlassen worden sei. In einem Brief an ein Berufungsgericht in Palermo betonte er die "Schwere der Riina zur Last gelegten Taten und die alarmierenden Konsequenzen für die Gesellschaft". Giuseppe Salvatore Riina war wegen Zugehörigkeit zu einer mafiösen Vereinigung und Erpressung ursprünglich zu acht Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der dritte Sohn des früheren obersten Chef der sizialianischen Mafia Cosa Nostra kam jedoch drei Jahre früher frei.

Das Berufungsgericht begründete die Anordnung einer vorzeitigen Haftentlassung Riinas damit, dass sein Berufungsantrag nicht schnell genug geprüft worden sei. Der italienische Generalstaatsanwalt für die Bekämpfung der Mafia, Piero Grasso, kritisierte in der Zeitung "La Repubblica" die vorzeitige Haftentlassung. Er sehe eine "große Diskrepanz zwischen den Erfolgen bei der strafrechtlichen Verfolgung und dem, was danach geschieht". "Die Wirksamkeit der Strafe steht auf dem Spiel", warnte Grasso. Die Langsamkeit der Justiz treibe die Ermittler dazu, ihre Arbeit als unnütz anzusehen.

Ein Anwalt Giuseppe Salvatore Riinas kündigte unterdessen eine Beschwerde vor dem europäsichen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg an. Sie richte sich gegen "die Länge und die Langsamkeit" des Verfahrens gegen seinen Klienten, sagte Antonio Malago der Nachrichtenagentur AFP. Giuseppe Salvatore Riinas Vater Toto war bis zu seiner Festnahme im Januar 1993 Chef der Cosa Nostra. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

29. Februar 2008 - 17.40 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008


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