Haftbefehle gegen 162 ehemalige Armeeangehörige in der Türkei
AFP VOM 12.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1331 Aufrufe Mehr zum Thema:Putsch, Armee, Türkei
Angeklagten wird Putschversuch im Jahr 2003 vorgeworfen
Im Prozess um einen mutmaßlichen Putschversuch hat ein türkisches Gericht in Istanbul die Inhaftierung von 162 ehemaligen Armeeangehörigen angeordnet. 133 von ihnen, darunter der frühere Marinechef Özden Örnek und der Ex-Luftwaffenchef Ibrahim Firtina, seien bei der Verhandlung am Freitag anwesend gewesen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Gegen weitere 29 Beschuldigte, unter ihnen der Hauptangeklagte und General außer Dienst, Cetin Dogan, erging demnach in Abwesenheit Haftbefehl. Nach Angaben des türkischen Fernsehsenders NTV wurden Örnek und Firtina direkt aus dem Gerichtssaal in ein Gefängnis gebracht.
Der Prozess um den angeblichen Umsturzversuch namens "Vorschlaghammer" gegen insgesamt 196 Verdächtige hatte im Dezember begonnen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Jahr 2003 Anschläge auf Moscheen geplant zu haben, um das Land ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Sie wollten demnach die damals neue Regierung der religiös geprägten Partei AKP aus Angst vor einer Islamisierung des Landes stürzen. Seit dem Beginn der Ermittlungen im Februar des vergangenen Jahres wurden mehrfach Angeklagte festgenommen und wieder freigelassen.
Die türkische Armee versteht sich als Verteidigerin der laizistischen Grundordnung des Landes und stürzte in einem halben Jahrhundert bereits vier Regierungen. Gegner werfen der Regierung vor, mittels der Ermittlungen die Armee diskreditieren zu wollen. Den Angeklagten drohen 15 bis 20 Jahre Haft.
12.02.2011 - 00:01 Uhr
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