Haftbefehl gegen Pakistans Ex-Präsident Musharraf
AFP VOM 12.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1435 Aufrufe Mehr zum Thema:Präsident, Musharraf
Angebliche Verwicklung in Mord an Benazir Bhutto
Drei Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto ist gegen den damaligen Präsidenten Pervez Musharraf wegen mutmaßlicher Verstrickung in den Fall Haftbefehl erlassen worden. Der Ex-Militärherrscher sei Ermittlungen zufolge in die Ermordung verwickelt gewesen sei, sagte ein Staatsanwalt. Ein Sprecher Musharrafs bezeichnete den Haftbefehl als "lächerlich".
Nach Beratungen hinter verschlossenen Türen erließ ein Anti-Terror-Gericht in Rawalpindi den Haftbefehl gegen Musharraf, wie Sonderstaatsanwalt Chaudhry Zulfiqar Ali der Nachrichtenagentur AFP sagte. Musharraf muss demnach am nächsten Samstag vor Gericht erscheinen und kann den Haftbefehl nicht durch die Zahlung einer Kaution außer Kraft setzen.
Das Gericht beruft sich in seiner Entscheidung auf einen Ermittlungsbericht, wonach Musharraf in die Ermordung seiner politischen Rivalin wenige Monate vor den Wahlen verwickelt war. In dem Bericht ist laut Staatsanwaltschaft von einer "großangelegten Verschwörung" die Rede, in die Musharraf sowie zwei Polizisten und Terroristen verstrickt gewesen seien. Die genauen Vorwürfe gegen den im Londoner Exil lebenden Musharraf wurden allerdings nicht bekannt.
Bhutto war am 27. Dezember 2007 in Rawalpindi bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Während einer Wahlkampfveranstaltung fuhr sie damals in einem gepanzerten Fahrzeug, in dem sie aber bei geöffnetem Schiebedach stand. Ein Attentäter schoss auf sie und zündete eine Bombe an seinem Körper. Britische Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass Bhutto durch die Druckwelle mit dem Kopf an das Fahrzeugdach schlug und sich dabei tödliche Verletzungen zuzog.
Musharrafs Sprecher wies den Haftbefehl als "lächerlich" zurück. Musharraf erwäge zwar eine Rückkehr nach Pakistan, um die Wahlen anzufechten. Zu der per Haftbefehl angesetzten Anhörung werde er aber nicht erscheinen. In einer UN-geführten Untersuchung war Musharraf vorgeworfen worden, keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen zu haben, um Bhuttos Ermordung zu verhindern.
Der langjährige Staatschef Musharraf war im August 2008 auf Druck der Regierung zurückgetreten, um einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen. Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari folgte ihm im Amt. Musharrafs Regierung machte für die Ermordung der früheren Regierungschefin den pakistanischen Taliban-Chef Baitullah Mehsud verantwortlich, der im August 2009 bei einem US-Drohnenangriff getötet wurde.
12.02.2011 - 15:31 Uhr


