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Haftbefehl wegen Entführung von deutschem Arzt nach Frankreich

AFP VOM 27.10.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1121 Aufrufe
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Arzt, Entführung

Staatsanwaltschaft Kempten beschuldigt Franzosen

Im Fall des aus Deutschland nach Frankreich entführten deutschen Arztes Dieter K. hat das Amtsgericht Kempten Haftbefehl gegen zwei Tatverdächtige erlassen. Der europäische Haftbefehl richte sich gegen den 72-jährigen Franzosen André Bamberski sowie einen mutmaßlich von diesem für die Entführung engagierten 38-jährigen Kosovaren, teilte die Staatsanwaltschaft Kempten am Dienstag mit.

Beide stehen demnach unter dem Verdacht, zusammen mit anderen den 74-jährigen Arzt vergangene Woche in ihre Gewalt gebracht und nach Frankreich verschleppt zu haben. Der Haftbefehl lautet auf Verdacht der gemeinschaftlichen Freiheitsberaubung und gefährlichen Körperverletzung. Bamberski macht den deutschen Arzt für den Tod seiner Tochter Kalinka im Jahr 1982 verantwortlich. Der Kardiologe soll der 14-Jährigen, die damals als seine Stieftochter in Lindau bei ihm lebte, eine tödliche Spritze verabreicht haben.

Der Kosovare sitzt bereits in Österreich in Haft. Er hat nach Angaben der Kemptener Ermittler aber nicht einer vereinfachten Auslieferung nach Deutschland zugestimmt. Es sei deshalb nicht absehbar, wann er ausgeliefert werden könne.

Im Fall Bamberskis, der in Frankreich gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde, sei den französischen Behörden der Haftbefehl übermittelt worden. Die dortige Justiz müsse entscheiden, ob dem Auslieferungsersuchen entsprochen werde oder ob es wegen des französischen Ermittlungsverfahrens abgelehnt werden wird. Außerdem dauerten die Ermittlungen gegen die noch unbekannten Mittäter des Duos an.

Wegen des Todes von Kalinka war K. 1995 von einem Pariser Strafgericht in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. K. musste seine Strafe aber nie antreten, weil Deutschland ihn nicht an Frankreich auslieferte.

27. Oktober 2009 - 16.23 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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