"Hackfleisch-Prozess" gegen Fleischverarbeiter Tönnies eingestellt
AFP VOM 17.8.2011 | Nachrichten - Allgemein | 735 Aufrufe Mehr zum Thema:Hackfleisch, Tönnis, Geldauflagen
Rindfleischanteil in gemischtem Hack geringer als angegeben
Der Prozess gegen Führungskräfte des Fleischverarbeiters Tönnies wegen der massenhaften Auslieferung von Hackfleisch mit falscher Zusammensetzung ist gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt worden. Das entschied das Landgericht Essen, wie das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück am Mittwoch mitteilte. Mit der Einstellung des Verfahrens, das im Februar begonnen hatte, ist demnach kein Schuldeingeständnis und kein Schuldspruch verbunden.
In dem Prozess hatten sich Firmeninhaber Clemens Tönnies und mehrere leitende Angestellte wegen eines Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht verantworten müssen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft waren sie dafür verantwortlich, dass Tönnies zwischen 2004 und 2007 rund 175 Millionen Packungen mit gemischtem Hackfleisch an Billigsupermarktketten lieferte, in denen der Rindfleischanteil zu gering war. Während ein Anteil von 45 Prozent vereinbart und auf den Packungen angegeben war, lag dieser nur bei 25 bis 36 Prozent. Tönnies betreibt Schlachthöfe und verkauft verarbeitetes Fleisch.
Nach Angaben des Unternehmens hatte Tönnies eine Beendigung des Verfahrens auf dem Wege einer Einstellung angestrebt, um einen langwierigen Prozess und Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Dies ist möglich, wenn die Staatsanwaltschaft ein Vergehen für geringfügig hält und kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung sieht. Sofern alle Prozessbeteiligten dem zustimmen, wird der Prozess etwa gegen Zahlung eines Geldbetrags an den Staat oder gemeinnützige Einrichtungen beendet, ohne dass ein Schuldspruch erfolgt.
Zur Höhe des Geldbetrags, den Tönnies und die übrigen Angeklagten zahlen, machte das Unternehmen keine Angaben. Der Online-Ausgabe des "Westfalen-Blatts" vom Mittwoch zufolge soll es sich je nach Manager um Beträge zwischen 30.000 und 900.000 Euro handeln.
17.08.2011 - 17:01 Uhr
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