Grillen im Sommer: Des einen Freud ist des anderen Leid

Mehr zum Thema:

Nachbarschaftsrecht Rubrik, Grillen, Rauch

4,5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
10

Worauf beim Grillen zu achten ist

Wenn man dem Grillen nicht gänzlich entsagen will, dann sollten folgende Ratschläge beachtet werden:

  1. Reihenhaus / Hausgrundstück

    Bei einem Reihenhaus oder einem Hausgrundstück ist das Grillen nur dann zu untersagen, wenn der Grill so dicht an den angrenzenden Wohnungen platziert wird, dass in diese Qualm und Rauch eindringen kann. Auch wenn keine hohe Rauch- und Qualmentwicklung zu verzeichnen ist, verlangen einige Gerichte die Häufigkeit der Grillaktivitäten einzuschränken. Das BayObLG stellt in einer Entscheidung dar, dass fünfmaliges Grillen im Sommer von den Nachbarn zu tolerieren sei. Andere Gerichte hingegen sehen auch noch häufigeres Grillen als akzeptabel an. Wieder andere verlangen, dass dem Nachbarn 48 Std. vorher die Grillabsicht mitgeteilt wird.

  2. Mietwohnungen / Wohnungseigentümeranlagen

    Bei Mietwohnungen ist das Grillen auf dem Balkon meistens bereits durch die Hausordnung verboten und aus brandrechtlichen Gesichtspunkten unzulässig. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, kann das Grillen aus sozialüblichen Gesichtspunkten nicht gänzlich untersagt werden. Ein Verbot ist immer nur dann möglich, wenn starker Qualm und Rauch in die Nachbarwohnung eindringt. Ein anderer Aspekt, um das Grillen einzuschränken, wäre wiederum die Häufigkeit. Hier ist ebenfalls darauf zu achten, dass das Grillen kein Übermaß annimmt.

    Bei Wohnungseigentümeranlagen gelten die gleichen Grundsätze. Beim Grillen auf einer Sondernutzungsfläche, z.B. im Garten, muss auch wieder beachtet werden, dass kein Qualm in andere Wohnungen zieht und ein ausreichender Abstand eingehalten wird.

  3. Zusammenfassung der Problematik

    Die Uneinheitlichkeit resultiert aus der nicht messbaren Rauchentwicklung und den fehlenden gesetzlichen Grundlagen. Es ist vielmehr jedes Mal eine Einzelfallbetrachtung erforderlich, in der die Häufigkeit und das allgemeine Grillverhalten zu erörtern sind. Aufgrund der unterschiedlichen Rechtsprechung läßt sich keine allgemeingültige Angabe darüber machen, wie häufig der Grill in Betrieb genommen werden darf. Jedoch lässt sich aus den hierzu ergangenen Urteilen Folgendes zusammenfassen:

    • Auf einen möglichst großen Abstand des Grills an die angrenzenden Wohnungen achten, damit dorthin kein konzentrierter Rauch zieht.

    • Nicht zu oft den Grill in Betrieb nehmen.

    • Eventuell den Nachbarn vorher vom geplanten Grillabend informieren.

    • In Betracht ziehen, den Holzkohlegrill gegen eine Gas- oder Elektrovariante einzutauschen, die keinen störenden Rauch verursacht bzw. deren Entstehen einschränkt.

1234
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Grillen im Sommer - Worum es geht
Seite  2:  Theorie und Praxis
Seite  3:  Worauf beim Grillen zu achten ist
Seite  4:  Möglichkeiten, allen Interessen gerecht zu werden
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Nachbarschaftsrecht Nachbarschaftsrecht - Worum es geht
Nachbarschaftsrecht Die richtige Strategie
Nachbarschaftsrecht Zoff am Gartenzaun
Musterverträge und Briefe Rundfunkbeitrag Widerspruch Muster