Grünen-Politiker Ströbele verteidigt Wikileaks-Enthüllungen
AFP VOM 19.12.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1196 Aufrufe Mehr zum Thema:Wikileaks
US-Vizepräsident nennt Assange "High-Tech-Terroristen"
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele hat die Veröffentlichungen geheimer Depeschen der US-Diplomatie durch Wikileaks begrüßt. "Niemand bei uns oder in den USA käme auf die Idee, den Bruch diplomatischer Geheimhaltung zu geißeln, wenn öffentlich würde, wie andere Regierungen heimlich gegen die USA und deren Präsidenten hetzen", sagte Ströbele der Berliner "tageszeitung". Diejenigen, die solche Informationen für alle Welt offen legten, würden vermutlich als mutige Aufklärer geehrt, die mit ihren Enthüllungen dazu beitrügen, einen Krieg zu verhindern oder Korruption zu bekämpfen, sagte der Grünen-Politiker.
Scharf kritisierte Ströbele eine Kriminalisierung von Wikileaks-Gründer Julian Assange und seinen Anhängern in den USA. "Die aktuelle Verfolgungshysterie in den USA gegen Assange und jeden, der Wikileaks gutheißt, verteidigt oder auch nur liest, erinnert verdammt an den Vorwurf unamerikanischer Umtriebe unter McCarthy, dem Meister des Rufmords, in den Fünfziger Jahren zu Hochzeiten des Kalten Krieges", sagte Ströbele.
US-Vize-Präsident Joe Biden bekräftigte in Washington, das US-Justizministerium suche nach Wegen, um Assange strafrechtlich zu belangen. Der Wikileaks-Gründer sei ein "High-Tech-Terrorist", sagte Biden am Sonntag dem Sender NBC. Wenn er sich etwa mit einem Angehörigen des US-Militärs verschworen habe, um an die Geheimdokumente zu gelangen, dann sei dies etwas völlig anderes, als wenn solche Dokumente einem Journalisten zugespielt würden. Der seit Mai inhaftierte US-Soldat Bradley Manning steht unter dem Verdacht, Wikileaks die geheimen Dokumente zugespielt zu haben.
19.12.2010 - 17:01 Uhr


