Grüne und SPD: "Rasse"-Begriff aus Grundgesetz streichen
AFP VOM 14.4.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1801 Aufrufe Mehr zum Thema:Rasse-Begriff
Stattdessen soll "rassistische" Benachteiligung verboten werden
Grüne und SPD im Bundestag haben sich für die Streichung des "Rasse"-Begriffs aus dem Grundgesetz ausgesprochen. Vertreter beider Fraktionen erklärten am Mittwoch, einen entsprechenden Vorschlag des Deutschen Instituts für Menschenrechte zu unterstützen. Im Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es, dass niemand wegen "seiner Rasse (.. .) benachteiligt oder bevorzugt werden" dürfe. Das Institut hatte am Dienstag gefordert, dieser inzwischen international vermiedene Begriff solle durch das Verbot "rassistischer" Benachteiligung ersetzt werden.
Die Grünen-Politikerin Monika Lazar schloss sich dem nun an. Der "Rasse"-Begriff unterstelle ein Menschenbild, das von der "Existenz unterschiedlicher menschlicher Rassen" ausgehe, erklärte sie zur Begründung. Die UN-Kulturorganisation UNESCO und das Europäische Parlament fordern laut Lazar schon lange, von der Verwendung des Begriffs Abstand zu nehmen. Deutschland sollte es nun seinen europäischen Nachbarn wie Finnland, Schweden oder Österreich gleichtun und die Verwendung aufgeben, erklärte Lazar.
Der menschrechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Strässer, verwies darauf, dass sich Rassismus nicht glaubwürdig bekämpfen lasse, solange der Begriff "Rasse" im Grundgesetz beibehalten werde.
14. April 2010 - 16.47 Uhr
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