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Gilt eine Eingliederungsverenbarung trotz Arbeitslosabmeldung?

1.1.2007 Thema abonnieren
 Von 
SpookyBoy
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 29x hilfreich)
Gilt eine Eingliederungsverenbarung trotz Arbeitslosabmeldung?

Hallo,
habe vor paar Monaten eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben. Seit Anfang Dezember stecke ich in einer Maßnahme fest, die 6 Monate dauern soll. Ich bin kreuzunglücklich damit. Dieser "Bildungsträger" ist eine Firma, die Leute in Arbeit vermittelt, natürlich in erster Linie sich selber qualifizierte Leute raussucht und versucht anzuwerben (Zb. für Callcenter Tätigkeiten). Wir haben nun täglich "Unterricht" mit allerlei Unsinn. Diejenigen, die weniger qualifiziert sind, werden gleich abgeschoben zu einem 1 Euro Job, nachdem sie ihre Tests absolviert haben. Viele empfinden das schlichtweg als Arbeitsdienst, und fühlen sich Fremdbestimmt. Ich fühle mich herabwürdigend behandelt (Über die Festtage mussten wir beispielsweise als Hausaufgabe Bewerbungen schreiben als Übung). Vor Weihnachten gab es sogar erste schriftliche "Beurteilungen", in denen einigen Beroffenen "agressives Verhalten dem Lehrerpersonal gegenüber" bescheinigt wurde. Man stelle sich das mal vor, eine Beurteilung nach 3 Wochen !!!, wovon man jeden dieser "Lehrer" (Honorartätigekeiten) nur einmal, höchstens 2 mal sah. Die Betroffenen sind unterschiedlichsten Alters, von 20 bis 60 Jahre und unterschiedlichster Qualifikation und Lebenserfahrung. Ich zB. habe ein abgeschlossenes Studium und finde eben einfach nur keine Arbeit. Das ist alles.

Ich spiele schon seit der Woche vor Weihnachten mit dem Gedanken, den Unsinn hinzuschmeissen. Nun habe ich aber die Eingliederungsvereinbarung unterschrieben, die von mir Schadenersatz fordert, sollte ich diese Maßnahme ohne wichtigen Grund abbrechen. Außerdem habe ich einen Vertrag mit der Firma unterschrieben, die mich "ausbildet". Hätte ich das nicht getan, hätte ich Ärger mit dem Amt bekommen, da ich diese Maßnahme damit boykottiert hätte. Dies musste ich also tun, da mir diese Maßnahme ja als Teil der Eingliederungsvereinbarung zugeordnet wurde.

Lange Rede kurzer Sinn: Einfach so da heraus zu kommen, ist nicht so einfach möglich. Das habe ich nun shcon oft genug gelesen.
Aber ich hab dazu mal eine grundsätzliche Frage:
Wie weit geht denn diese Bestimmung über das Leben anderer Menschen seitens des Arbeitsamtes eigentlich?

Solange ich Leistungen vom Amt beziehe, können sich mich zu so etwas zwingen, soweit ist mir das einsichtig.

Was aber ist, wenn ich mich einfach arbeitslos abmelde? Auch ohne das ich einen Job habe? Ich habe dann zwar erstmal kein Geld und keine Krankenversicherung.

Aber was ist dann mit dieser Eingliederungsvereinbarung? Gilt die trotzdem? Kann das Arbeitsamt sagen, ich MUSS das weitermachen, da ich die EGV und den Vertrag mit der Firma ja unterschrieben habe, und dieser rein zeitlich ja noch läuft? Oder ist das automatisch dann auch erledigt? Kann das Arbeitsamt einen Nachweis verlangen, ob ich auch tatsächlich Arbeit habe?

Nach meinem Verständnis von Rechtsstaatlichkeit hätte sich das alles erledigt sobald ich mich arbeitlos abmelde und keine Leistungen mehr vom Amt beziehe. Denn ich bin ja kein Leibeigener des Amtes.
Für den Fall das ich tatsächlich Arbeit habe, wird diese Maßnahme ja auch abgebrochen.

Lieber sitze ich ohne Geld zu Hause, als das ich mich weiter so demütigen lassen muß, und täglich Tests über mein Allgemeinwissen, PC-Kenntnisse, Matehmatik, Geografie, Physik und so weiter absolvieren muss, wo kein Mensch weiß, wohin die Ergebnisse gehen, und wie sie verwendet werden. Ich bin ein erwachsener Mensch und muss mich nicht wie ein 15j Schuljunge behandeln lassen.

Noch eine Frage fällt mir ein: Die EGV habe ich 3 Monate vor dem Vertrag unterschrieben, den ich mit der Firma im Dezember abschloß. Beide gelten jeweils 6 Monate. Theoretisch könnte ich diese Maßnahme doch beenden, sobald die EGV ausläuft, da diese Maßnahme mit der Firma ja Teil dieser EGV ist, oder gilt der Vertrag mit dieser Firma noch, auch wenn der EGV Vertrag bereits ausgelaufen ist? Denn eine weitere EGV unterschreibe ich mit Sicherheit nicht.

Ich hoffe, ich habe nun nicht zuviel geschrieben, und meine Fragen sind noch durchsichtig. =)
Es wäre schön, wenn hier jemand ein paar unverbindliche Tipps geben könnte, wie die grundsätzliche rechtliche Lage mit diesen Eingliederungsvereinbarungen ist, wenn ich mich arbeitslos abmelde.

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15251 Beiträge, 5832x hilfreich)

Ich würde mich mit dieser Frage mal an eine Sozialberatungsstelle wenden, kostet nix:

http://www.tacheles-sozialhilfe.de/adressen/default.aspx

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