Gegen wen kann man klagen?

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Hat man nun eine schriftliche Gewinnzusage erhalten, so heißt das noch lange nicht, dass der Einforderung des Gewinns jetzt nichts mehr im Wege steht.

Das nächste Problem entsteht bei der Identifikation des Absenders. Der alte Satz: „Wo kein Kläger, da kein Richter“, gilt hier in abgewandelten Form. Man könnte sagen: „Wo kein Gegner, da kein Prozess“. Um eine aussichtsreiche Klage auf die Herausgabe des angepriesenen Gewinns führen zu können, muss der Verfasser der Gewinnnachricht benannt werden. Benannt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine so genannte ladungsfähige Anschrift angegeben werden muss. Ladungsfähig ist eine Anschrift jedoch nur mit Straße und Hausnummer, die Klage muss nämlich persönlich an den Gegner zugestellt werden. Bei den Versendern dieser Gewinnspiele handelt es sich allerdings in der Regel um Postfachfirmen, denen gerade eine Anschrift mit Straße und Hausnummer fehlt.

Sofern es der Preis wert ist, sollte man an dieser Stelle jedoch noch nicht aufgeben. Es stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, wie man doch noch eine ladungsfähige Adresse herausfinden kann. Welchen Aufwand man hierzu betreiben muss, hängt in der Regel von der „Professionalität“ des Gegners ab. Leicht macht er es einem, wenn er zwar auf dem Schreiben nur sein Postfach, in seiner Eintragung in Telefon- oder Branchenbuch jedoch seine volle Adresse eingetragen hat. Unter Umständen kann auch ein Anruf bei der Telefonauskunft weiterhelfen. Etwas aufwendiger ist da dann schon die Einblicknahme ins Handelsregister. Hierzu kann es notwendig sein, zum Firmensitz des Versenders zu fahren, weil er in das Handelsregister dieses Amtsgerichtsbezirkes eingetragen ist. Hat diese Vorgehensweise keinen Erfolg, so kann man nur noch so genannte Auskunfteien oder Detekteien beauftragen, was allerdings wiederum Kosten verursacht und nur bei einem absoluten „Hauptgewinn“ in Betracht gezogen werden sollte.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Gewinnversprechen - Die neue Regelung
Seite  2:  Welche Gewinnmitteilung führt zum Anspruch auf den Gewinn?
Seite  3:  Gegen wen kann man klagen?
Seite  4:  Der Versender kommt aus dem Ausland
Seite  5:  Fazit
Seite  6:  § 661a BGB
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