Gewichte an in Berlin gefundener Leiche von Putin-Kritikerin Seite 1 - AFP vom 26.04.2008
Mikhalchuk (AFP/Polizei)
Gewichte an in Berlin gefundener Leiche von Putin-Kritikerin
Aber weiter kein Hinweis auf Fremdverschulden
Die in einer Berliner Schleuse gefundene Leiche der russischen Künstlerin und Putin-Kritikerin Anna Mikhalchuk war mit Gewichten beschwert. Es gebe aber nach wie vor keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden in dem Fall, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Die Frau könnte sich auch selbst mit den Gewichten beschwert haben. Die Ermittler gehen bisher von einem Selbstmord der Russin aus, die als depressiv galt und mit der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja bekannt war.
Mikhalchuk lebte mit ihrem Mann seit vergangenem November in Berlin. Die Staatsanwaltschaft wies zugleich einen Bericht des "Berliner Kuriers" scharf zurück, wonach die Obduktion der Leiche zu spät vorgenommen worden sei, so dass Verletzungsspuren nicht mehr eindeutig hätten zugeordnet werden können. Der Sprecher hob hervor, dass Wasserleichen nach dem Auffinden sofort auf Eis gelegt werden und dadurch kein "Beweismittelverlust" eintrete. Doch sei ein Verletzungsbild nach drei Wochen im Wasser ohnehin nicht mehr klar nachvollziehbar.
Die 52-jährige Künstlerin war von ihrem Mann im März vermisst gemeldet und drei Wochen später von Schleusenwärtern in einem Schleusenbecken unweit der Mühlendammbrücke im Berliner Stadtbezirk Mitte entdeckt worden. Im Zusammenhang mit einer umstrittenen Ausstellung stand sie 2005 in Russland vor Gericht, wurde aber freigesprochen.