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Geständnis von Ex-MDR-Sportchef Mohren im Korruptionsprozess

AFP VOM 29.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 880 Aufrufe
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Mohren

Anklage wirft ihm Bestechlichkeit in großem Maßstab vor

Der wegen Bestechlichkeit angeklagte frühere Sportchef des MDR-Fernsehens, Wilfried Mohren, hat ein Geständnis abgelegt. In einer Erklärung vor dem Landgericht Leipzig räumte er Fehler ein. Mohren soll von verschiedenen Firmen und Organisationen insgesamt rund 350.000 Euro kassiert haben, um im Gegenzug von den Geldgebern gesponserte oder organisierte Sportveranstaltungen werbewirksam im MDR zu präsentieren.

Die Anklage wirft Mohren Bestechlichkeit in 19 Fällen sowie Vorteilsnahme, Betrug und Steuerhinterziehung in jeweils mehreren Fällen vor. Mohren räumte vor Gericht ein, er habe "dienstliche und private Interessen zuwenig voneinander getrennt". Er sei "zu lange und zu nah am Gegenstand der Berichterstattung" gewesen. "Ich war naiv und habe aus heutiger Sicht Fehler gemacht", sagte Mohren, der sich zugleich entschuldigte.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft den Vorschlag der Wirtschaftsstrafkammer für eine einvernehmliche Einigung abgelehnt. Die Kammer hatte für den Fall eines Geständnisses eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren verbunden mit einer Geldstrafe zugesagt.

Unmittelbar vor Prozessbeginn vor knapp drei Wochen hatte sich Mohren mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) auf einen Vergleich geeinigt. Der ehemalige Sportchef und seine Frau zahlen dem Sender rund 380.700 Euro als Schadenersatz. Der MDR wollte im Gegenzug die Schadenersatzklage gegen Mohren vor dem Arbeitsgericht Leipzig zurücknehmen.

Neben Mohren müssen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts auch dessen Ehefrau wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit in 15 Fällen sowie zwei weitere Mitangeklagte wegen Bestechung verantworten. Mohren war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2005 vom MDR fristlos entlassen worden.

29. September 2009 - 16.27 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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