Geschwindigkeitsmessgerät - ESO ES 3.0

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Verkehrsrecht Rubrik, ESO ES 3.0, Messgerät, Geschwindigkeitsmessung, Abstandsmessung

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Wie funktioniert´s, was ist zu beachten und was sagt die Rechtsprechung dazu?

Als Nachfolger des Messgeräts ESO ES 1.0 ist das ESO ES 3.0 Messgerät für ein standartisiertes Messverfahren anerkannt. Der nachfolgende Beitrag soll einen kurzen Überblick über das Lichtschrankenmessgerät geben.

Technische Daten des ESO ES 3.0:

Messbereich: 0 bis 250 km/h

Reichweite: 18 m

Temperatur: -20 bis 50 C°

Softwareversion: 1.003

Funktionsweise

Das ESO ES 3.0 besteht wie auch das Vorgängermodel aus einem Sensorkopf und einer Rechnereinheit. Darüber hinaus wird eine Fotoeinrichtung vom Typ FE 3.0 verwendet.

Das Messgerät kann sowohl in einem PKW als auch auf einem Stativ am Straßenrand zur Geschwindigkeitsmessung verwendet werden. Die Messung von vier Fahrspuren bzw. die Messung in entgegengesetzte Fahrtrichtungen ist durch den Einsatz von zusätzlichen Fotoeinrichtungen möglich. Darüber hinaus soll auch eine Messung in Kurven möglich sein.

Beim ESO ES 3.0 kommen im Gegensatz zum ESO ES 1.0 fünf anstatt vier Sensoren zum Einsatz. Drei der Sensoren verlaufen hier genau wie beim Vorgängermodel im rechten Winkel zur Fahrbahn, zwei in einem Winkel von 0,4 Grad. Bei der Durchfahrt eines Fahrzeugs wird in jedem der Sensoren ein Helligkeitsprofil erstellt. Die ersten drei Sensoren dienen der Geschwindigkeitsmessung, die beiden anderen Sensoren der Abstandsmessung Fahrzeug. Der Abstand zwischen Sensor und Fahrzeug wird hier eichgenau ermittelt, so dass eine genaue Zuordnung des Abstands zwischen Sensor und Fahrzeug möglich ist.

Handhabung und Fehlerquellen

Zunächst muss die Fotoeinrichtung genau positioniert werden. Die Sensoren sollen die Fahrbahn in einer Höhe von 50-70 cm überbrücken. Um eine zweifelsfreie Zuordnung der Messung zu ermöglichen, muss zu Beginn der Messung die Fotolinie dokumentiert werden. Da das Foto erst kurze Zeit nach der Messung gefertigt wird, befindet sich die Fotolinie ca. 3m hinter dem Sensorkopf. Die Messlinie muss nicht dokumentiert werden und auch die Fotoline wird nur mit einem Eckpunkt, regelmäßig ein Pylon (Lübecker Hütchen) dokumentiert. Hierdurch kann es zu einer Verwechslung zwischen Mess- und Fotolinie kommen.

Ebenso ist eine genaue Dokumentation des Abstands zwischen Sensor und Fahrbahn und der Breite der Fahrstreifen erforderlich. Eine genaue Zuordnung bei parallelfahrenden Fahrzeugen ist nur in diesem Fall möglich.

Softwareprobleme

In der früher verwendeten Softwareversion 1.001 war auch beim ESO ES 3.0 eine sichere Zuordnung der Messwerte nicht gewährleistet, wenn mehrere Fahrzeuge in paralleler Fahrtrichtung auf dem Foto zu sehen waren. Derartige Fotos durften nach Herstellervorgaben nicht ausgewertet werden. Die aktuelle Softwareversion 1.003 soll diese Probleme nicht mehr aufweisen.

Rechtsprechung zum ESO ES 3.0

Unverwertbarkeit der Messung bei unzureichender Dokumentation der Fotolinie:

AG Zerbst, NVZ 2010, Seite 476

AG Lübben VA 2010, Seite 119

Keine Verwertung der Messung bei mehreren parallelfahrenden Fahrzeugen unter Verwendung der Softwareversion 1.001:

AG Zerbst NVZ 2010, Seite 476

Grundsätzlich keine verwertbare Messung durch ESO ES 3.0 da die Messwertbildung nicht nachvollzogen werden kann:

AG Kaiserslautern (Urteil vom 14.03.2012 – 6270 Js 9747/11.1 OWi)

AG Landstuhl (Urteil vom 03.05.2012 – 4286 Js 12300/10)

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