Gerichtsprozess gegen Verletzung der Marke "Ceausescu"
AFP VOM 9.9.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 360 Aufrufe Mehr zum Thema:Ceausescu
Bukarester Theater hatte Stück über rumänischen Diktator gebracht
Der Sohn des früheren rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu geht gerichtlich gegen ein Bukarester Theater vor, weil es das deutsch-schweizerische Stück "Die letzten Tage der Ceausescus" gespielt hatte - und damit gegen den Markenschutz verstoßen hat. Ceausescu sei seit 2007 eingetragener Markenname in Rumänien, niemand dürfe ihn ohne Erlaubnis des Besitzers nutzen, sagte Valentin Ceausescus Anwalt Haralambie Voicilas zu Beginn des Prozesses am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Er verlange im Namen seiner Klienten umgerechnet 0,25 Euro Schadenersatz vom Odeon-Theater, um zu zeigen, dass es ihnen nur ums Prinzip gehe, sagte Voicilas. Ausländische Theater sind nach seinen Angaben davon nicht betroffen.
In "Die letzten Tage der Ceausescus" stellt das in Zürich und Berlin ansässige International Institute of Political Murder (IIPM) die Aburteilung und Hinrichtung des kommunistischen Diktators und seiner Frau Elena am ersten Weihnachtstag 1989 nach. Das Odeon-Theater brachte das Stück von Milo Rau im vergangenen Dezember auf die Bühne, später wurde es auch in Deutschland und der Schweiz gezeigt.
Der Anwalt des Theaters, Alexandru Ulmeanu, will vor allem die Registrierung von "Ceausescu" als Markennamen anfechten. Sollte das Gericht dem Kläger Recht geben, wäre dies ein gefährlicher "Präzedenzfall", warnte er. Zudem fordert er, dass nicht nur das Theater als "Gastgeber" vor Gericht zitiert wird, sondern auch das IIPM. Die nächste Anhörung ist am 4. November.
9. September 2010 - 14.05 Uhr
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