Gericht verhängt knapp 330 Millionen Euro Strafe gegen Zementkartell
AFP VOM 29.6.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1260 Aufrufe Mehr zum Thema:Zementkartell
Bundeskartellamt hatte verbotene Absprachen aufgedeckt
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat fünf führende Zementhersteller wegen verbotener Absprachen zu Geldstrafen in Höhe von 328,5 Millionen Euro verurteilt. Bei den Firmen handelt es nach Gerichtsangaben vom Montag um HeidelbergCement AG, Holcim (Deutschland) AG, Dyckerhoff AG, Lafarge Zement GmbH und Schwenk Zement KG. Sie hatten dem Gericht zufolge von 1991 an über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren einen "konsequenten Nichtangriffspakt" geschlossen und seien sich der "Rechtswidrigkeit ihres Tuns" voll bewusst gewesen.
Das Bundeskartellamt hatte das Zementkartell aufgedeckt und 2003 Geldbußen in Höhe von 660 Millionen Euro verhängt. Dass die Beträge nun niedriger ausfielen, begründeten die Richter mit der Kooperation einiger Firmen sowie einer vorsichtigeren Schätzung eines Sachverständigen zu den Profiten des Kartells.
Die Urteile sind dem Oberlandesgericht zufolge noch nicht rechtskräftig. HeidelbergCement habe bereits Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Die anderen Unternehmen hätten dazu eine Woche Zeit. Gegen drei kleinere Unternehmen, die sich gegen Geldbußen von neun Millionen Euro wehren, stehen die Verfahren noch an.
Berichtigung: Im dritten Satz des ersten Absatzes wurde der Zahlendreher in 1991 berichtigt. Zuvor war fälschlich von 1919 die Rede gewesen.
29. Juni 2009 - 15.46 Uhr
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