Genetik - der Schlüssel zum Menschsein?

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Genetik und Recht - Ein Überblick

Endlich wissen wir es: der Mensch hat auch nicht viel mehr Gene als andere Lebewesen. Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms (die Gesamtheit aller Gene) wurde am 12. Februar von den beteiligten Wissenschaftlern bekannt gegeben. Die Sprecher der beiden beteiligten Forschungsgruppen, Celera und Human Genome Project (HGP), erklärten, der Mensch habe zwischen 25.000 und 30.000 verschiedene Gene. Zum Vergleich: die gemeine Fruchtfliege hat ungefähr 20.000. Noch im Sommer letzten Jahres ist man davon ausgegangen, dass sich die Komplexität des Menschen durch die enorm hohe Anzahl seiner Gene begründen lassen könnte. Damals wurde vermutet, dass das menschliche Genom bis zu 140.000 Erbinformationsträger enthalte.

Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist also immer noch nicht geklärt. Noch ist man weit davon entfernt, den entschlüsselten Gen-Code lesen zu können, doch der erste Schritt in diese Richtung ist getan.
Auch wenn die Eigenschaften einer Person vielleicht niemals aus der Anzahl oder der Anordnung der Gene erkannt werden können, bildet die Genom-Entschlüsselung eine wichtige Grundlage für die gentechnologische Forschung und könnte eine zentrale Bedeutung in der Entwicklung neuer Methoden zur Krankheitsbekämpfung erlangen.

Das "Geschenk der Wissenschaft an die Menschheit" stellt ebenfalls neue Anforderungen an Ethik und Politik. Wie die Bundesregierung bekannt gab, ist die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für die Gentechnik noch lange nicht abgeschlossen. Diese junge Wissenschaft beinhalte neben der Gen-Forschung auch noch die sogenannte Grüne Gentechnik (Veränderung des Erbmaterials von Pflanzen) und die Reproduktive Gentechnologie (Fortpflanzungsmedizin). Die Frage der ethischen und gesundheitlichen Verantwortbarkeit aller Aspekte erfordere, dass gut überlegt werde, wie in Zukunft mit ihnen umgegangen werden soll und welche gesetzliche Eingrenzung erforderlich sein wird.
Die Bundesregierung stimme im Bezug auf die Krankheitsbehandlung mit der Ärzteschaft überein, dass die ethisch verantwortlichen Potenziale der Gentechnik in diesem Bereich genutzt werden sollten.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat das Jahr 2001 zum "Jahr der Lebenswissenschaften" ernannt. In diesem Zusammenhang rückt die Gentechnologie in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen und politischen Diskussion.

Außerdem wird die finanzielle Unterstützung der Forschung von Seiten der Regierung verstärkt. Das Geld wird in erster Linie aus den UMTS-Mitteln bereitgestellt und sichert Deutschland diesbezüglich weltweit den zweiten Platz hinter den USA.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Genetik und Recht – Ein Überblick
Seite  2:  Die biotechnologische Forschung
Seite  3:  Grüne Gentechnik – Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt
Seite  4:  Reproduktive Gentechnologie
Seite  5:  Vorreiter Großbritannien?
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