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Gehalt bei Freistellung?

2.1.2014 Thema abonnieren Zum Thema: Gehalt
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)
Gehalt bei Freistellung?

Guten Morgen, ich habe ein Jahr lang zwischen 25 und 40 Stunden pro Woche gearbeitet und es wurde immer rein nach Stunden abgerechnet/ bezahlt. Nun habe ich, wegen schlechter Auftragslage, eine fristgerechte Kündigung, mit Freistellung erhalten. Bedeutet das jetzt, dass ich für diesen Zeitraum kein Gehalt mehr erhalte? Ich arbeite ja nun in diesem Monat keine Stunde, die vergütet werden könnte. Bin über jede Antwort dankbar.

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Gehalt


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2216x hilfreich)

Die Freistellung durch den AG kann rechtlich gesehen
nur unter Fortzahlung der Vergütung erfolgen. Ob der AG sich daran hält wirst Du erst später feststellen.

weiter Ausführungen siehe:
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Freistellung.htm

quote:
ich habe ein Jahr lang zwischen 25 und 40 Stunden pro Woche gearbeitet und es wurde immer rein nach Stunden abgerechnet/ bezahlt.

Eine recht weite Spannbreite. Was wurde vertraglich zur Aurbeitszeit vereinbart?

quote:
Nun habe ich, wegen schlechter Auftragslage, eine fristgerechte Kündigung, mit Freistellung erhalten.

Es handelt sich um einen Kleinbetrieb?

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#2
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Es handelt sich um einen Kleinbetrieb und mir wurde nie ein Arbeitsvertrag ausgehändigt. Auf Nachfrage wurde ich immer wieder vertröstet, deswegen gab es auch keine feste Stundenregelung. Habe immer soviele Stunden gemacht, wie arbeit angefallen ist. Es gibt an Personal den Geschäftsführer und nun noch 4 weitere Angestellte.

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Bachelor
(3706 Beiträge, 2010x hilfreich)

Ich gehe stark davon aus, dass hier Folgendes als Grundlage genommen werden kann und nach diesem Durchschnitt die Zeit der Freistellung bezahlt werden muss.


quote:
Sozialgesetzbuch > SGB IX > Teil 1 (§§ 1-67) > Kapitel 6 (§§ 44-54) > § 47 Abs. 1 Berechnung des Regelentgelts

Durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit

Weicht die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit regelmäßig von der vereinbarten Arbeitszeit ab oder ist keine bestimmte Arbeitszeit vereinbart, ist die Zahl der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden aus der tatsächlichen Gestaltung der Verhältnisse zu ermitteln. Hierfür wird aus den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der letzten drei Monate bzw. der letzten dreizehn Wochen (Ausgangszeitraum) der wöchentliche Durchschnitt festgestellt. Die sich daraus ergebende Zahl sind "die sich aus dem Inhalt des Arbeitsverhältnisses ergebenden regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden".

Durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit =

Arbeitsstunden in den letzten
3 Monaten bzw. 13 Wochen / 13




Quelle: Deutsche Rentenversicherung


-- Editiert spatenklopper am 02.01.2014 21:49

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#4
 Von 
dummfragerin
Status:
Schüler
(325 Beiträge, 228x hilfreich)

In welcher Höhe wurdest du denn bei Urlaub und Krankheit bezahlt?

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#5
 Von 
Steffen Meier
Status:
Lehrling
(1539 Beiträge, 1065x hilfreich)

Eine korrekte Lohnabrechnung am Monatsende hast Du bekommen?

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#6
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Urlaub wurde mir nicht bezahlt, als ich es angesprochen habe und auf das Bundesurlaubsgesetz verwiesen habe, flatterte die Kündigung (123recht.net Tipp: Kündigung Arbeitsvertrag Arbeitnehmer ) ins Haus. Es ist mir erst aufgefallen, dass dieser nicht bezahlt wurde, nachdem ich 2,5 Woche Urlaub hatte. Vorher hatte ich immer nur Einzeltage und da hatte ich nicht drauf geachtet, wenn 5 bis 8 Std bei der Abrechnung fehlten. Eine Abrechnung habe ich bekommen, mit Abrechnung auf Stundenbasis.

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#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Bachelor
(3706 Beiträge, 2010x hilfreich)

quote:
Urlaub wurde mir nicht bezahlt als ich es angesprochen habe und auf das Bundesurlaubsgesetz verwiesen habe, flatterte die Kündigung ins Haus


Naja, das sind andere Voraussetzungen :)

Eigentlich bleiben jetzt für dich nur zwei Dinge zu tun:

1. Alle Unterlagen wie Lohnabrechnungen etc.(auch diese wo du Urlaub hattest!!) schön sortiert in einen Ordner oder Schnellhefter packen und dann umgehend zu Punkt 2. übergehen.


2. Zum Anwalt und Klage am Arbeitsgericht einreichen!


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-- Editiert spatenklopper am 03.01.2014 10:10

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#8
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Guten Tag, habe am 28.02.14 nun einen Gütetermin beim Arbeitsgericht. Mein ehemaliger Arbeitgeber hat mittlerweile 1210 Eur brutto überwiesen. Die Stunden aus Dezember und 5 Urlaubstage für das ganze Jahr aus 2013, anstatt des gesamten Urlaubes und die Lohnfortzahlung hat er auch nicht geleistet. Zudem habe ich ein Schreiben von meiner Krankenkasse bekommen, dass ich seit dem 01.01.14 nicht mehr versichert wäre, die Kündigung lautete aber zum 31.01.14 und er hat mich überall bereits zum 01. abgemeldet. Zudem steht mir trotz Freistellung ja der Durschnitt der letzten 3 Monatsgehälter zu, da ich ja nur fest angestellte auf Stundenbasis beschäftigt war. Zusätzlich stehen mir ja noch 2 Urlaubstage für Januar zu. Wie berechne ich nun die letzten 3 Monate, hier fehlt in den Abrechnungen ja die nicht bezahlten Urlaubstage, sowie die Entgeldlohnzahlung. Wie drücke ich es am Besten vor dem Arbeitsgericht aus?

Vielen Dank für die Antworten

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#9
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

ich habe die Klage übrigens selbst geschrieben

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#10
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Die Klage habe ich anhand einer Vorlage des Arbeitsgerichtes geschrieben, da ich mir ihne Gehalt keinen Anwalt leisten kann. Deswegen wäre ich für Ratschläge sehr dankbar.

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#11
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich bräuchte wirklich ganz dringend Ratschläge und freue mich über jede Hilfe, Danke

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#12
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2216x hilfreich)

quote:
Zudem steht mir trotz Freistellung ja der Durschnitt der letzten 3 Monatsgehälter zu, da ich ja nur fest angestellte auf Stundenbasis beschäftigt war.

Die Berechungsmethode die hier aus dem SGB verlinkt wurde hat nichts damit zu tun, was arbeitsrechtlich bzw. vertraglich zu zahlen wäre. Von daher kann man über die Höhe des Annahmeverzugslohnes durchaus streiten. Was war vertraglich vereinbart? Warum nicht die 40h pro Woche fordern?

quote:
Wie drücke ich es am Besten vor dem Arbeitsgericht aus?

Wenn die Klage bereits selber formuliert wurde, dann wirst Du den Rest auch selber hinbekommen. Wo ist denn jetzt das Problem?

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#13
 Von 
Buddy1980
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich habe nie einen schriftlichen Vertrag erhalten und habe immer unterschiedlich gearbeitet. Jedesmal wenn ich nach dem Vertrag gefragt habe, wurde ich vertröstet und das mir eh nichts passieren könnte, da ich ja seit Monaten dort arbeiten würde. Die Urlaubstage wurden ja nicht bezahlt, in den Monaten, wo ich welchen hatte, deswegen frage ich, ob ich diese Stunden mit in die letzten 3 Abrechnungen mit reinnehmen kann, da das Durchschnittsgehalt ja dann höher wäre, was er mit für Januar, trotz Freistellung zahlen müsste

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