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Gatwick.com - Mauscheleien bei der WIPO? - 1/1
dom vom 07.10.2004   |   2811 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Gatwick.com - Mauscheleien bei der WIPO?

(domain-recht.de) Der Inhaber von gatwick.com steht im Streit mit der Flughafengesellschaft BBA. Er zweifelt die Kompetenz der WIPO an, einesder von ICANN eingesetzten Schiedsgerichte, das Domain-Streitenach der UDRP (Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy)entscheidet. Und er hält die UDRP für reformbedürftig.

Wie "The Register" berichtet, ist Bob Larkin Inhaber der Domaingatwick.com, auf der er ein Wirtschaftsportal für die Surrey imSüden Londons anbietet, rund um die Stadt Gatwick. Diese Domainneidet ihm das Flughafenunternehmen BAA, das, wie Larkin undsein Prozessvertreter erklären, mit üblen Tricks versucht, esihm im Rahmen eines WIPO-Verfahrens abzujagen. Die Vorwürfegegen BAA: Zunächst provozierte BAA das Tatbestandsmerkmal der Böswilligkeit, indem es durch Dritte ein Angebot, die Domain zu verpachten, aus Larkin heraus kitzelte.Alsdann vereitelte BAA die Zustellung des Antrags, indem eseine falsche E-Mail-Adresse von Larkin angab.

Aber auch der WIPO selbst wirft Larkin vor, nicht korrekt zuarbeiten: Er beantragte ein Drei-Richter-Panel, was ihn US$2.000,- kostete. WIPO war jedoch nicht in der Lage, "neutrale"Richter bereitzustellen. Fast alle Richter auf zwei Auswahllisten waren bereits von BAA engagiert worden, und hatten zuderen Gunsten entschieden.




Schließlich meint Larkin, der jetzt die Durchsetzung einesfairen WIPO-Verfahrens beim High Court durchsetzen will, müsse die UDRP überprüft und angepasst werden. Die UDRP-Rechtsprechung weiche erheblich von den Vorgaben dieser Verfahrensordnung ab. Die ursprüngliche Fassung der UDRP sei nicht mehrzeitgemäß, sie entspreche nicht mehr den Gegebenheiten desInternets. Gerade die Vorgabe, schnell einen Domain-Streit zuentscheiden, sorge für einen Mangel an Qualität bei der Entscheidung. Das müsse man ändern.

Wie sich das WIPO-Verfahren (D2004-0555), das seit dem 2. August anhängig ist, weiter entwickelt, wird man sehen. Dass dieAufmerksamkeit, die Larkin auf die Schwächen der WIPO und derUDRP richtet, etwas bewirkt, bleibt lediglich zu hoffen. Obsich tatsaechlich etwas ändert, ist dagegen fraglich.

Autor und weitere Infos: domain-recht.de

Quelle: theregister.co.uk


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