Fristlose Kündigung eines Arbeitsverhältnisses aufgrund eines Tatverdachts

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Beispiel: Diebstahl von Geld durch einen Nachtwächter

Sie betreiben ein großes Unternehmen und haben für die Nachtzeit einen Nachtwächter eingestellt, der sich von 22 bis 6 Uhr um die Büroräume kümmern soll. Schon seit geraumer Zeit verschwinden Gegenstände aus dem Unternehmen. Als Sie am Dienstag als Letzter das Gebäude und Ihr Büro verlassen, stellen Sie am nächsten Tag fest, dass Ihr Bargeld aus dem Büro verschwunden ist. Abends zuvor war es noch da, und Sie schlossen hinter sich die Bürotür zu. Zu dieser Tür haben lediglich noch der Nachtwächter und Ihr Geschäftsführer einen Schlüssel. Der Geschäftsführer ist zur Zeit jedoch in Amerika im Urlaub. Als Sie den Nachtwächter zur Rede stellen und ihm den Vorgang schildern, streitet dieser alles ab. Sie kündigen daraufhin schriftlich das Arbeitsverhältnis fristlos, mit der Begründung, Sie hätten den dringenden Tatverdacht, dass er den Diebstahl begangen habe. Ein Betriebsrat existiert in Ihrem Unternehmen nicht.

Die fristlose Verdachtskündigung ist rechtmäßig

Hier spricht ein dringender Tatverdacht gegen den Nachtwächter. Nur dieser hatte noch Schlüssel zu dem Büro. Sie haben auch dem Nachtwächter die Möglichkeit gegeben, sich zu verteidigen und erklärten die Kündigung schriftlich. Auch stellt der Tatverdacht des Diebstahls einen wichtigen Grund dar. Ebenfalls ist es unzumutbar, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen. Der Nachtwächter soll gerade die Sicherheit gewährleisten, wenn niemand im Gebäude ist. Der Tatverdacht führt allerdings gerade dazu, dass Ihr Vertrauen erschüttert wurde, den Nachtwächter allein mit diversen Schlüsseln in das Gebäude zu lassen.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Verdachtskündigung - Worum es geht
Seite  2:  Voraussetzungen für eine Verdachtskündigung
Seite  3:  Was noch beachtet werden muss
Seite  4:  Beispiel: Diebstahl von Geld durch einen Nachtwächter
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