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Fremder gibt meine Emailadresse überall an

10.1.2013 Thema abonnieren
 Von 
skkw39
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Fremder gibt meine Emailadresse überall an

Hallo,

seit Mittlerweile fast vier Jahren bekomme ich permanent Emails, die für einen Herren bestimmt sind, der mir jedoch völlig fremd ist.
Darunter sind v.a. böse Mahnungen, Mails mit Insiderinformationen seiner Firmen, in denen er gerade mal aktuell arbeitet, private Mails mit sehr privaten Fotos und natürlich Werbe- und Spammails.

Dem ein oder anderen Absender habe ich hin und wieder zurückgeschrieben, dass sie meine Adresse aus ihrem Verteiler entfernen und diesen Herrn XY bitte Informieren möchten etc., da ich zudem weiblich bin und mit ebendiesem Mann nichts zu tun habe und auch nicht haben will.

Dann war längere dazwischen immer längere Zeit Ruhe. Nun werde ich allerdings fast wahnsinnig, denn auf einmal bekomme ich wieder Mails seiner gerade aktuellen Firma mit brisanten Informationen. Das wäre nicht so schlimm, doch wenn ich mein Postfach mal einen Tag nicht ausmiste, dann erstickt es unter einer Flut an Werbe-Emails aller Art, mit denen ich definitiv auch nichts zu tun habe, da ich meine Emailadresse nirgendwo angebe, da diese von mir beruflich verwendet wird.
An die 70 Werbe- und Spammails pro Tag sind keine Seltenheit.

Frühere Mails habe ich natürlich gelöscht, sodass ich jetzt leider keine Adressdaten des Herren mehr habe und im Internet gibt es mehrere mit demselben Namen. Sonst hätte ich ihn einmal persönlich angeschrieben mit der Bitte, seine Adresse korrekt anzugeben.

Ich muss mich seit November nun wieder fast tagtäglich durch seine Emails kämpfen, um herauszufinden, welche nun tatsächlich für mich bestimmt sind und welche nicht. Das kostet Zeit und Nerven.

Hat jemand eine Idee, was ich tun könnte, damit das aufhört und dieser Mann sich endlich mal angesprochen fühlt und dies unterlässt?

Vielen Dank im Voraus.

SkK

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tinnitus
Status:
Lehrling
(1407 Beiträge, 578x hilfreich)

Der Klügere gibt nach und sucht sich mit Übergangszeit eine neue Emailadresse. Oder man richtet eine Auto-Antwort ein.

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#2
 Von 
skkw39
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort. Die bringt mich leider trotzdem nicht weiter. Das hat mit "klüger" nichts zu tun. In meinem Fall käme eine neue Mailadresse einem Umzug gleich. Ausserdem hat der Gute ja scheinbar eine eigene- sonst wäre ja zeitweilig keine Ruhe bei mir- ist aber wohl nicht fähig, diese korrekt weiterzugeben. Ich weiss schon, wo der Schreibfehler liegen wird, aber das ist dem wohl wurst.
Was solte ich denn in eine autom. Antwort schreiben?? :???: Das hilft mir ja nichts, die Mails muss ich ja trotzdem alle lesen und löschen!

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#3
 Von 
Mr.Cool
Status:
Senior-Partner
(6895 Beiträge, 2891x hilfreich)

Eine perfekte Lösung gibt es wohl kaum. Bei mir hat mal jemand falsch umgeleitet - das war Horror! Vielleicht besteht hier ein ähnliches Problem? Dann kann man filtern und den Müll automatisiert entsorgen. Ein guter Spamfilter bzw. Spamtools helfen auch.

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#4
 Von 
maestro1000
Status:
Lehrling
(1224 Beiträge, 590x hilfreich)

Aloha,
ist die Email-Adresse vielleicht zu allgemein ?
Ich arbeite fast tagtäglich mit einer größeren Menge von Email-Adressen und wunder mich auch immer wieder wie allgemein vermeintlich spezielle oder originelle Email-Adressen sind. Da erlebt man so einiges.

Konstruierte wirklich sehr einfache solche Beispiele: susi70@gmx.de oder teufelin@web.de,thomasundsandra@t-offline.de. Da wird auch gerne schon mal gmx.de mit gmx.net verwechselt.

Manche Mailprogramme bieten auch eine automatische Vervollständigung an. Dann ist es schnell passiert dass eine falsche Email-Adresse dauerhaft im Adressbuch hängenbleibt und immer wieder genutzt wrid.

Folgende Hypothese:
Du hast eine Adresse bei web.de, gmx, Hotmail oder einem anderen Freemail-Provider. Welche Firma spielt erstmal keine Rolle, weil:
Wenn ein Konto bei einem Freemailer/Mietmailer längere Zeit nicht genutzt wird wird es gelöscht und der Kontoname kann wieder von jemandem anderes belegt werden. 6 Monate Leerstand können schon reichen.

Kollegen hatten selber mal einen kuriosen Fall bei web.de miterlebt der vielleicht bei Dir auch zutrifft:

Der Vorgänger Deines "Kumpels" hatte vor längerer Zeit eine Weiterleitung bei z.B. web.de eingerichtet und zwar auf das Konto welches Du dann heute besitzt. Das Konto hat mit dem "Kumpel" einen neuen Besitzer, er muss aber die eingestellte Weiterleitung nicht mitbekommen, bzw. die wird aufgrund eines Software-Fehlers auch gar nicht angezeigt, ist aber im Hintergrund aktiv geblieben.
Du kriegst dann die ganzen Mails mit ab und der eigentliche Adressat weiß nichts davon und vermisst auch keine Emails.

Überprüfen lässt sich die Hypothese im "Email-Header", dem technischen Anfangsteil einer Email. Der "Email-Body" dahinter enthält die eigentliche Nachricht.
Da steht was von forwarding/ forwarded , envelope-to drin.Zeitlich rückwärts zu lesen. Die meisten EMailprogramme bieten das an. Heisst dann Quelltext oder Message Source. Du wirst sicherlich jemanden im Bekanntenkreis haben der mit dem Begriff "Email-Header auf Weiterleitung prüfen" etwas anfangen kann.
Die Email bitte nicht hier posten, sonst könnte es Ärger geben. Evt. Funktion nutzen "Diesem User eine PM schreiben"

Wenn es sich aber um zT brisante Firmeninformationen handelt wird sich die zugehörige Geschäftsleitung oder Personalabteilung sehr für einen Hinweis auf solche Sicherheitslecks interessieren und sich evt. auch höflich bedanken. Die werden ihr Fritzchen Müller von 1000 Fritzchen Müller im Land schon leicht identifizieren und maßregeln können.
Die (automatische) Weiterleitung von Firmenemails an den - hier dann wohl gar nicht so privaten - Privataccount ist in vielen Firmen eine schwere Sünde und kann dort mit gelber oder gar roter Karte bestraft werden.

Wenn Du nicht möchtest dass ein anderer Emailbenutzer, vlt. ein Familienvater womöglich total ahnungslos und unschuldig erheblichen Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen könnte und Du endlich Ruhe haben willst, dann prüfe zunächst die Geschichte mit der Weiterleitung im Header.
Findet sich eine solche Weiterleitung würde ich abuse@PROVIDER.de oder support@PROVIDER.de (provider.de ist die Email-Firma) anschreiben und die Situation schildern. Die Technik wird sich dann schnell darum kümmern. Die haben auch kein Interesse an Ärger mit dem Datenschutz....Jede solche Firma hat auch Datenschutzbeauftragte in zweiter Instanz, falls es nicht angemessen schnell geht.

Nebenbei:
70 Spammmails an einen "Arbeitsaccount" ist vollkommen normal.
Privat ist das auch so meine Hausnumnmer. Die Admins in meiner Firma schlagen sich mit zT. mehreren hundert Stück pro Postfach und Tag rum.

Aber:
Privat arbeite ich mit einer Weiterleitung bei GMX zu meinem finalen Email-Provider, wo das meiste an Mails und Junk reinkommt. Da wird schon viel gesiebt. Beim Hauptprovider nochmal und mein Thunderbird erledigt den großen Rest. Da bekomme ich im Schnitt 1 bis maximal 2 Spams pro Tag rein.
Diese billige Methode nutzen auch viele Leute, womit es dann auch viel Weiterleitungen gibt die schon mal stehenbleiben können...

Es gab auch Fachpresseberichte über diverse große Provider wo unterbezahlte gierige Mitarbeiter ganze CDs mit validen Email-Adressen an die Spammafia weiterverkauft haben. Anonymität schützt nicht!

Beste Möglichkeit ist aber in der Tat eine vollkommen neue Adresse und Löschung des alten. Melde allen relevanten Kontakten deine neue Adresse.
Schreibe die Adressen aber bei einer Rundmail besser nur in das BCC:-Feld und nicht in das TO: oder CC:-Feld. Sonst haben alle Kontakte auch Deine Kontakte. Kann peinlich werden.

Evt. lohnt es sich nach ein paar Wochen den alten Account probeweise zu reaktivieren, sofern ihn kein anderer zwischenzeitlich gebucht hat.


Gruß
M.

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16848 Beiträge, 11552x hilfreich)

Das problem bei Spam ist, dass man, wenn man dagegen ankämpft, meist verloren hat. Denn gerade dass man darauf reagiert, nutzen viele ale Argument "Jetzt müllen wir die erst recht zu".
Einen wirklich effektiven Weg gibt es aus der Misere kaum. Bestenfalls entweder Filter einrichten (Wenn in der Mail der Name auftaucht, direkt in den Spam-Ordner damit) oder aber (was ich ab und zu machen, wenns überhand nimmt): Nicht beim Spammer direkt beschweren, sondern die Rechenzetren abmahnen und die Server gezielt sperren lassen.
Das ist deutlich effektiver als es auf den ersten Blick aussieht, denn wenn die Server abgeschaltet werden, nervt das die Spammer extrem. Zumindest die "seriösen", die keine Bot-Netzwerke nutzen.

Den Kerl selbst ausfindig zu machen ist nur bedingt hilfreich. Gerade hinsichtlich des Spams kann er genausogut behaupten, dass er sich nie dort angemeldet hat. Wenn eine eMail-Adresse einmal in Spam-Kreisen bekannt ist, bekommt man die nur schwer wieder raus.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#6
 Von 
maestro1000
Status:
Lehrling
(1224 Beiträge, 590x hilfreich)

Hallo mepeisen,
ich halte es für sehr unwahrscheinlich dass der "Kumpel" direkten Einfluss auf das Spamproblem hat. Sind eher zwei verschiedene Baustellen.


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#7
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16848 Beiträge, 11552x hilfreich)

Er hat direkten Einfluss gehabt, indem er die eMail-Adresse publik machte. Aber man verliert den Einfluss irgendwann. Es gibt ja zwei Arten von Spam: personalisierte Werbung und nicht-personalisierte Werbung.
Auf personalisierte Werbung muss derjenige ja Einfluss gehabt haben irgendwann. Diesem Modell kommt man mit Abmahnungen größtenteils sehr gut bei und auch mit Server-Abschaltungen. Hier soll ja ein wirtschaftlicher Zweck vorliegen und deswegen wird man wirklich auf (mindestens halbwegs) seriöse Angebote weitergelockt. Selbst wenn es nur Partnerprogramme sind, sind die, deren produkte vermittelt werden, oft schnell dabei, den Partner rauszuwerfen und Schadensersatz zu verlangen. man selbst hat davon wenig aber man landet so schnell auf Blacklisten und ist den Spam los.

Bis auf einen Bodensatz natürlich.

Nicht personalisierter Spam geschieht irgendwann. Das nicht zu verhindern ist selbst bei völliger Inaktivität kaum möglich, denn viele Bots erfinden eMail-Adressen und prüfen einfach ob die gültig sind. Gerade bei diesem Modell ist es fatal, irgendwie Reaktion zu zeigen und sei es in dem Klick auf den "Abmelden" Button. Hier helfen nur noch Filterregeln. An der Mail selbst kann man auch oft erkennen, ob dieser Spam aus einem Bot-Netzwerk stammt (dann ist es ein ungleicher Kampf) oder halbwegs seriöse Absender hat. Im zweiten fall kann eine Abmahnung gegen das rechenzentrum mit Gesuch, de Server abzuschalten, auch extrem wirkungsvoll sein. Aus einem einfachen Grund:
Es gibt seriöse Blacklisten und wenn sich ein Rechenzentrum, was ansonsten seriös sein will, Spammer einfängt, wird es die irgendwann raushaben wollen. Als Rechenzentrum auf den Blacklisten zu landen, kann massive Probleme verursachen. Ein Spammer kann vewirken, dass 99 weitere seriöse Internetauftritte plötzlich alle Mails nicht mehr vernünftig zustellen können, weil Google und Co. die automatisch ausfiltern. Mit diesem Argument kommt man also manches mal auch weit.

Bei Bot-Netzwerken kommt man ebenso weiter, aber hier ist der Kampf deswegen ungleich, weil das ja nur gekaperte Server sind, in die eingebrochen wurde. Solche gekaperten Server gibt es wie Sand am meer und viele professionelle Viagra-Spammer halten sich solche Farmen auf Vorrat. Ist ein Server abgeschaltet springt in Minuten ein anderer ein.

Soweit die Hintergründe :)

Wieviel zeit man investiert, wieviel nicht, das bleibt einem selbst überlassen.

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