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Freispruch nach tödlichem Anschlag auf Franzosen in Karachi 2002

AFP VOM 30.10.2009 | Nachrichten - International | 1301 Aufrufe
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Karachi, Mord

Gericht hebt in Berufungsprozess Todesurteil auf

Mehr als sieben Jahre nach einem Mordanschlag auf französische Ingenieure in Karachi hat ein pakistanisches Gericht einen der mutmaßlichen Attentäter aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach einem sechsmonatigen Berufungsverfahren sah es das Gericht am Freitag nicht als erwiesen an, dass der Angeklagte Mohammed Sohail Habib im Jahr 2002 an dem Anschlag auf den Bus der Franzosen in der Wirtschaftsmetropole im Süden des Landes beteiligt war. Die Anklage habe keine stichhaltigen Beweise gegen ihn vorlegen können, erklärte der Richter Abdul Ghafoor Memon in seinem Urteil.

Das mutmaßliche Mitglied einer verbotenen Extremisten-Organisation war bereits 2003 in Abwesenheit zum Tode verurteilt und 2005 festgenommen worden. Auf Anweisung des Obersten Gerichtshofs musste der Prozess gegen ihn jedoch neu aufgerollt werden. Die Provinzregierung kündigte an, beim Obersten Gerichtshof Rechtsmittel gegen den Freispruch einlegen zu wollen. Im Mai waren bereits zwei mutmaßliche Mittäter Habibs in Berufungsverfahren freigesprochen worden. Die Regierung versucht auch diese Urteile anzufechten.

Bei dem Anschlag im Mai 2002 hatte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor dem Sheraton-Hotel in Karachi in den Bus gelenkt. Vierzehn Menschen kamen ums Leben, darunter elf Franzosen. Sie gehörten zu einer Gruppe von rund 40 Technikern und Ingenieuren der staatlichen französischen Marinewerft DCN, die in Pakistan am Bau eines U-Boots beteiligt waren.

Freigelassen wurde Habib nach dem Urteil jedoch nicht. Nach Einschätzung der pakistanischen Behörden könnte er auch an der Ermordung des US-Journalisten Daniel Pearl 2002 und an einem fehlgeschlagenen Anschlag auf den damaligen Staatschef Pervez Musharraf im Dezember 2003 beteiligt gewesen sein.

30. Oktober 2009 - 14.04 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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