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Französische Marine vor Libanon wappnet sich gegen Anschläge - 1/1
AFP vom 06.10.2006   |   3647 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Französische Marine vor Libanon wappnet sich gegen Anschläge

Greenpeace: Gesundheit von zwei Millionen Libanesen bedroht

Im Einsatz vor der Küste des Libanon sieht die französische Marine die größte Gefahr durch Selbstmordanschläge. "Die Bedrohungen für die Flotte sind im Wesentlichen terroristischer Natur, nachdem sich die Lage im Libanon beruhigt hat", sagte der Kapitän der Fregatte "Courbet", Jean-Michel Barcelo, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fürchtet, dass die Gesundheit von rund zwei Millionen Libanesen von den Folgen des israelischen Militäreinsatzes im Sommer bedroht ist.

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Wahrscheinlichstes Szenario sei ein Angriff durch Schnellboote, sagte Barcelo unter Hinweis auf den Anschlag auf den US-Zerstörer "USS Cole" im Oktober 2000 im Hafen von Aden. Damals waren die Attentäter mit einem Schlauchboot auf die "Cole" zugefahren und hatten sich in die Luft gesprengt. 17 US-Soldaten starben, 38 wurden verletzt. Die "Courbet" ist seit dem 17. September vor dem Libanon im Einsatz und wird voraussichtlich mit dem Eintreffen der Schiffe der Bundesmarine abgelöst. Bislang gab es laut Barcelo keinen Terroranschlag auf die Flotte. "Aber wir beziehen das ein", sagte der Kommandant. Zur Zeit gebe es "keine aussagekräftigen Elemente" für eine akute Gefahr. Die Gefahr von Terror-Angriffen aus der Luft wird laut dem Kapitän als äußerst gering eingeschätzt.

Nach einem Greenpeace-Bericht ist die Hälfte der libanesischen Bevölkerung möglicherweise den Spuren von Giftstoffen ausgesetzt. "Spuren chemischer Produkte und von Staub aus bei Bombenangriffen zerstörten Gebäuden haben die Luft und den Boden stark verseucht", schreibt Greenpeace in dem Bericht. Darüber hinaus seien bei Angriffen auf Fabriken chemische Ausdünstungen entstanden, die bis zu zwei Millionen Einwohner des Libanon betreffen könnten. In dieser Woche nahmen auch Experten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ihre Arbeit im Libanon auf.




Bei der Aufarbeitung der Fehler während des Libanon-Kriegs verstärkte die israelische Justiz unterdessen den Druck auf Ministerpräsident Ehud Olmert. Das Oberste Gericht wies die Regierung an, innerhalb von fünf Tagen zu begründen, warum sie die Versäumnisse nicht durch einen unabhängigen Ausschuss, sondern durch eine Kommission unter direkter Weisung der Regierung untersuchen lassen will.

Die israelische Luftwaffe unternahm am Freitag Tiefflüge über Hisbollah-Stützpunkte in der libanesischen Bekaa-Ebene und dem Ort Baalbeck. Zwei israelische Flugzeuge hätten die Grenzregion zu Syrien überflogen, berichtete ein Korrespondent von AFP. Israel hatte angekündigt, seine Flüge über dem Libanon fortzusetzen, solange zwei von der Hisbollah entführte Soldaten nicht freigelassen worden seien.

6. Oktober 2006 - 13.36 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2006



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