Französischer Ex-Minister Woerth: Ermittlungsverfahren
AFP VOM 9.2.2012 | Nachrichten - Allgemein | 360 Aufrufe Mehr zum Thema:Ermittlungsverfahren, Ex-Minister, Frankreich, Parteienfinanzierung
Spende könnte auch Sarkozy in bedrängnis bringen
Gegen den französischen Ex-Minister Eric Woerth ist ein Ermittlungsverfahren wegen Vorwürfen illegaler Parteienfinanzierung eingeleitet worden, das auch Präsident Nicolas Sarkozy in Bedrängnis bringen könnte. Die Staatsanwaltschaft in Bordeaux teilte mit, Woerth müsse sich wegen einer Spende von 150.000 Euro rechtfertigen, die die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt Sarkozy angeblich 2007 zukommen ließ.
Der strafrechlichte Vorwurf gegen Woerth lautet auf Vorteilsnahme. Diese kann mit bis zu zehn Jahen Haft und 150.000 Euro Geldstrafe geahndet werden. Die frühere Buchhalterin der inzwischen 89-Jährigen Bettencourt, Claire Thibout, will einen Umschlag mit 50.000 Euro in bar an Bettencourts Vermögensverwalter Patrice de Maistre weitergereicht haben. Weitere 100.000 Euro soll de Maistre von einem Schweizer Konto Bettencourts abgehoben haben.
Die Gesamtsumme von 150.000 Euro soll durch die Vermittlung von Woerth, der damals Schatzmeister der Sarkozy-Partei UMP war, dem Wahlkampf des späteren Präsidenten zugeflossen sein. In Frankreich sind private Spenden an Parteien nur bis 7500 Euro pro Jahr erlaubt.
Die Ermittlungen gegen Woerth sind dadurch mitbegründet, dass er damals möglicherweise die Schwäche Bettencourts ausnutzte. Ein Gutachten aus dem Jahr 2006 bescheinigt, die geistigen Fähigkeiten der Milliardärin seien eingeschränkt. Der frühere Arbeitsminister, der im Zuge der Affäre seine Ämter abgeben musste, bestreitet die Vorwürfe.
Der 56-Jährige, der einmal als Anwärter auf das Amt des Regierungschefs galt, ist im Zusammenhang mit Bettencourt auch unter Druck, weil seine Frau für die Vermögensverwaltung der Milliardärin arbeitete. Außerdem soll er in seiner Zeit als Haushaltsminister und Bürgermeister von Chantilly ein Grundstück mit Golfplatz und Pferderennbahn für 2,5 Millionen Euro an eine ihm bekannte Gesellschaft zu billig verkauft haben.
09.02.2012 - 08:30 Uhr
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