Französinnen klagen gegen TÜV Rheinland wegen Brustimplantaten
AFP VOM 19.11.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1096 Aufrufe Mehr zum Thema:Brustimplantate
Wahrscheinlich auch Frauen in Deutschland betroffen
Die Opfer geplatzter Brustimplantate haben am Freitag in der südfranzösischen Stadt Marseille Klage gegen den TÜV Rheinland eingereicht. Sie werfen dem in Köln ansässigen Prüfunternehmen vor, durch mangelhafte Kontrolle der Silikonkissen der französischen Marke PIP andere gefährdet zu haben, wie aus der AFP vorliegenden Klageschrift hervorgeht. "Zur Prüfung dieser Art von Produkten braucht man eine tiefere und längere Untersuchung", sagte Anwalt Philippe Courtois. Der TÜV Rheinland, dem die Klage am Freitag noch nicht vorlag, wollte zunächst keine Stellung nehmen.
Allein in Frankreich sollen 30.000 Frauen PIP-Implantate tragen. Doch die inzwischen in Konkurs gegangene Firma exportierte auch in andere Länder. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es Hinweise, dass Ärzte die Silikonkissen auch Frauen in Deutschland einsetzten. Die Behörde empfahl deshalb bereits im Frühjahr den Medizinern, die betroffenen Patientinnen zu informieren und die Implantate nicht mehr zu verwenden.
Die französische Kontrollbehörde Afssaps hatte die PIP-Produkte zuvor zurückgerufen. Die Firma habe für die Füllung ein nicht zugelassenes Silikon-Gel verwendet, hieß es. Dieses greife möglicherweise die Hülle der Implantate an und verursache so die Risse.
19.11.2010 - 15:31 Uhr
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