Frankreichs Innenminister muss wegen Rassismus vor Gericht
AFP VOM 30.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 848 Aufrufe Mehr zum Thema:Rassismus
Hortefeux machte beleidigende Bemerkung
Frankreichs Innenminister Brice Hortefeux muss wegen rassistischer Beleidigung vor Gericht. Hortefeux habe eine Vorladung für den 17. Dezember, teilte sein Büro mit. Die französische Anti-Rassismus-Bewegung MRAP zeigte den Minister an, nachdem er eine Bemerkung über einen jungen Mann aus einer Einwandererfamilie gemacht hatte.
Der junge Mann hatte sich bei einer Veranstaltung mit dem Minister fotografieren lassen. "Das ist unser kleiner Araber", hatte eine Frau dabei gesagt. Hortefeux erwiderte darauf: "Einen braucht man immer. Solange es einer ist, geht es. Probleme gibt es, wenn es viele sind." Nach heftiger Kritik drückte der Innenminister zehn Tage später sein Bedauern aus und sagte, seine Äußerung sei "vollkommen ungenau" ausgelegt worden. Er habe Achtung "vor allen Franzosen, die in unserem Land leben, unabhängig von ihrer Religion und ihren Überzeugungen".
Hortefeux, ein enger Freund von Staatschef Nicolas Sarkozy, ist in dem sogenannten verkürzten Verfahren nicht angeklagt, sondern zunächst nur vorgeladen. Je nach Verlauf des Gerichtstermins kann er aber verurteilt werden. Für rassistische Beleidigung drohen in Frankreich bis zu sechs Monate Gefängnis und 22.500 Euro Strafe.
30. September 2009 - 12.11 Uhr
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