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Frankreich ermittelt weiter im Raub an Kiewer Bürgermeister-Tochter - 1/1
AFP vom 16.02.2010   |   1209 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Frankreich ermittelt weiter im Raub an Kiewer Bürgermeister-Tochter

Kiew dementiert Darstellung der französischen Ermittler

Ungeachtet eines Dementis aus Kiew hat die französische Justiz am Dienstag die Ermittlungen im Raubüberfall auf die Tochter des Bürgermeisters der ukrainischen Hauptstadt Kiew fortgesetzt. Bei dem Opfer des millionenschweren Diebstahls nahe Paris handle es sich sehr wohl um Kristina Tschernowetska, die Tochter des Kiewer Bürgermeisters Leonid Tschernowetski, erklärten die Ermittler. Kiew hatte dies zuvor dementiert.

Angaben der französischen Justiz zufolge erreichte die 30-jährige Tschernowetska am Montagvormittag den Flughafen Charles de Gaulle in der französischen Hauptstadt für einen mehrstündigen Zwischenstopp. Sie habe sich einen Mercedes samt Chauffeur geliehen und sich auf den Weg in die Innenstadt gemacht, teilten die Ermittler mit. Auf der Autobahn A1 Richtung Zentrum habe auf der Höhe der Vorstadt Saint-Denis der Dieb ein Fenster des Autos zerschlagen und der Bürgermeister-Tochter eine Tasche entwendet. Darin befanden sich nach Tschernowetskas Angaben Schmuck im Wert von 4,5 Millionen Euro und mehr als 10.000 Dollar (knapp 7300 Euro) Bargeld.

Der Chauffeur habe den Täter zwar verfolgt, dieser habe aber fliehen können. Die Ermittler erklärten, in dem Gebiet komme es häufig zu derartigen Überfällen, da sich auf dem Weg ins Pariser Zentrum häufig Staus bildeten. Bei solchen Vorfällen fahren die Diebe für gewöhnlich auf einem Motorrad neben einem Auto her und reißen dann die Tür auf oder schlagen ein Fenster ein, um die Beute zu entwenden. Die Tochter des Kiewer Bürgermeisters sei kein speziell ausgesuchtes Opfer gewesen.




Kurz zuvor hatte der Bürgermeister von Kiew die Version der französischen Ermittler heftig dementiert. Die Geschichte sei wahrscheinlich "ein Scherz" oder eine Namensverwechslung, sagte eine Beraterin von Tschernowetski der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Die Bürgermeister-Tochter sei nicht in Paris gewesen. Sie habe Tschernowetska diese Nachricht am Telefon erzählt, sagte Marta Grimska zudem der Online-Zeitung "Ukrainska Prawda". "Sie hat viel gelacht."

Tschernowetski war vor seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2006 Chef einer der größten Banken der Ukraine. In Bedrängnis könnte das Kiewer Rathaus nun wegen der Höhe des angeblich entwendeten Schmucks gelangen.

16. Februar 2010 - 19.52 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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