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Frage bezgl. Titel und Privatinsolvenz Nutzt er mir überhaupt?

6.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Privatinsolvenz
 Von 
redieschen1968
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Frage bezgl. Titel und Privatinsolvenz Nutzt er mir überhaupt?

Hallo Zusammen,

ich habe 1998 als Kleingewerbetreibender (EDV) eine Dienstleistung erbracht.
Die Schuldnerin (Maklerin) hat Ihre Schuld nicht beglichen und ich habe einen Titel erwirkt.
Das Papier liegt nun seit vielen Jahren unangetastet in meinem Schrank und ich habe kürzlich gesehen, dass die Schuldnerin wieder selbstständig aktiv ist.
Meine Frage, wenn sie in der Zwischenzeit eine Privatinsolvenz durchlaufen hat, kann ich die Forderung überhaupt noch eintreiben, oder ist meine Forderung durch ein mögliches Verfahren erloschen?
Ich habe keine Information ob oder wann sie ein Privatinsolvenzverfahren durchlaufen hat und wurde als Gläubiger auch nicht durch einen Insolvenzverwalter informiert. Es ist eine grundsätzliche Frage die ich mir stelle, bevor ich möglicherweise wieder fruchtlos einen Gerichtsvollzieher auf die Reise schicke und auch wieder auf den Kosten sitzen bleibe...

Vielen Dank vorab für Euer Feedback

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 195 weitere Fragen zum Thema
Privatinsolvenz


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
salkavalka
Status:
Praktikant
(899 Beiträge, 567x hilfreich)

Wenn deine Schuldnerin erfolgreich die Privatinsolvenz durchlaufen hat, ist deine Forderung nicht mehr eintreibbar. Auch dann nicht, wenn sie dich nie als Gläubiger angegeben hat und du nie etwas von einem Verfahren mitbekommen hast.

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#2
 Von 
spatenklopper
Status:
Bachelor
(3815 Beiträge, 2039x hilfreich)

Zitat (von salkavalka):
Auch dann nicht, wenn sie dich nie als Gläubiger angegeben hat und du nie etwas von einem Verfahren mitbekommen hast.


Nicht ganz.
Hier hat man als Gläubiger, bis zu 6 Monate nach der Rechtskraft der Entscheidung über die Restschuldbefreiung die Möglichkeit einen Antrag auf Widerrufung derer zu stellen.

§ 303 InsO

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(49812 Beiträge, 23389x hilfreich)

Zitat (von salkavalka):
Wenn deine Schuldnerin erfolgreich die Privatinsolvenz durchlaufen hat, ist deine Forderung nicht mehr eintreibbar.

Das ist falsch.
Die Schulden wären nur nicht mehr mit Hilfe der Justiz eintreibbar. Privat kann man das dennoch versuchen.

Ein geschickt formulierter Brief kann da schon sehr hilfreich sein und den Schuldner zur Zahlung veranlassen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .
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#4
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6471 Beiträge, 3247x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Nicht ganz.
Hier hat man als Gläubiger, bis zu 6 Monate nach der Rechtskraft der Entscheidung über die Restschuldbefreiung
die Möglichkeit einen Antrag auf Widerrufung derer zu stellen.

§ 303 InsO


Das ist auch nicht so ganz korrekt. Denn zwar spricht § 303 InsO nur vom Antrag eines Insolvenzgläubigers, aber nach der Rechtsprechung muss der Insolvenzgläubiger für einen solchen Versagungsantrag bzw. Widerrufsantrag am Verfahren teilgenommen haben, also im Schlussverzeichnis auftauchen.

Das wäre hier ja gerade nicht der Fall. Da bleibt dann nur der Weg über § 826 BGB . Allerdings benötigt man dazu ein bewusstes Verschweigen der Forderung. Aber wenn der Titel wirklich 1998 oder kurz danach erwirkt wurde und dann seit dem oder nach der 1. erfolglosen Vollstreckung im Schrank liegt, dann wird sich der Schuldner hier auch gut und gerne darauf berufen können, dass er die Forderung schlicht aus den Augen verloren hat, weil sie nicht mehr verfolgt wurde.

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(16901 Beiträge, 11574x hilfreich)

Zitat:
dass er die Forderung schlicht aus den Augen verloren hat, weil sie nicht mehr verfolgt wurde.

Und das führt zudem von der Argumentation her in Richtung Verwirkung.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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