Flugpreise dürfen nachträglich nicht angepasst werden

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Gericht: Fluggesellschaft muss Risko für steigende Gebühren und Steuern tragen

Wenn man einen Flug bucht, dann ist der angezeigte Flugpreis verbindlich. Fluglinien dürfen den Preis nicht nachträglich erhöhen, entschied das Landgericht München.

Eine Fluggesellschaft hatte sich per AGB eine Preiserhöhung vorbehalten, wenn Steuern, Flughafengebühren oder andere Abgaben sich erhöhen sollten. Ein Passagier müsste demnach am Schalter am Flughafen den neuen Preis zahlen, was das Gericht als unangemessene Benachteiligung des Reisenden wertete.

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Die Fluggesellschaft muss das Risiko von steigenden Steuern und Gebühren tragen und ihre Preise von vorneherein entsprechend kalkulieren. Der oft große Zeitraum zwischen Buchung und Flug ist der Airline zumutbar. Das Gericht bemängelte außerdem, dass die Fluglinie dem Passagier bei einer Preisanpassung keine Möglichkeit gab, die Buchung rückgängig zu machen.

Az.: 12 O 22100/11

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