Finanzielle Unterstützung oder Zuwendungen des Arbeitgebers – strafbare Beeinflussung einer Betriebsratswahl

Mehr zum Thema:

Arbeitsrecht Rubrik, Betriebsratswahl, strafbare, Beeinflussung, Betriebsrat, Wahl

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
1

Ausgangslage:

Der Arbeitgeber kann sich strafbar machen, wen er eine Betriebsratswahl unzulässig beeinflusst.

Alexander Bredereck
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
10405 Berlin

Wahlbeeinflussung durch finanzielle Unterstützung von Kandidaten:

Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn der Arbeitgeber einzelnen Kandidaten direkte oder indirekte finanziellen Unterstützungen oder sonstige Zuwendungen, Hilfen oder Ähnliches gewährt. Das gilt zumindest dann, wenn dies Einfluss auf die Wahl hat. Ein solcher Einfluss kann etwa durch bestehen, dass einem einzelnen Kandidaten aufgrund der Zuwendungen eine bessere Präsentation gegenüber der Belegschaft ermöglicht wird. 

Dazu der Bundesgerichtshof: Eine nach § 119 Abs. 1 Nr. 1 Alt. 2 i. V. m. § 20 Abs. 2 BetrVG strafbare Beeinflussung der Wahl des Betriebsrats liegt jedenfalls dann vor, wenn der Arbeitgeber einer Wahlvorschlagsliste durch die Zuwendung von Geldmitteln ermöglicht, sich im Zusammenhang mit der Wahl nachhaltiger als sonst möglich zu präsentieren, und wenn dabei die finanzielle Unterstützung der Kandidaten durch den Arbeitgeber verschleiert wird (BGH, Beschluss vom 13. September 2010 – 1 StR 220/09 –, BGHSt 55, 288-314).

Eine Unterstützung durch direkte finanzielle Mittel ist nicht erforderlich. Auch Sachleistungen oder sonstige Vorteile können, unter den genannten Voraussetzungen, eine Strafbarkeit des Arbeitgebers begründen.

Es handelt sich um ein Antragsdelikt, das heißt neben einer Strafanzeige ist auch noch ein Strafantrag des Betriebsrats erforderlich. Vor einer Strafanzeige sollten unbedingt die Voraussetzungen geprüft werden.

Beschluss des BGH vom 13. September 2010 – 1 StR 220/09 –, BGHSt 55, 288-314.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Am Festungsgraben 1
10117 Berlin-Mitte
Tel.: (030) 4 000 4 999
Mail: Berlin@recht-bw.de
Das könnte Sie auch interessieren
Arbeitsrecht Verstöße des Arbeitgebers gegen das Betriebsverfassungsgesetz: Durchsetzung der Ansprüche des Betriebsrats
Arbeitsrecht Betriebsratstätigkeit: Störung oder Behinderung durch Arbeitgeber
Arbeitsrecht Kündigung des Arbeitgebers: wann ist Abmahnung entbehrlich, wann erforderlich?
Arbeitsrecht Wann findet die ordentliche (regelmäßige) Betriebsversammlung statt?