Filesharing-Abmahnung der GSDR GmbH wegen einer Urheberrechtsverletzung an dem Musiktitel "Yolanda Be Cool & Dcup- We No Speak Americano"

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Urheberrecht - Abmahnung Rubrik, Abmahnung

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Möglicherweise ist der Anlass, warum Sie diesen Artikel lesen, nicht erfreulich, da Sie eine urheberechtliche Abmahnung erhalten haben.

Zunächst ist es bei Erhalt einer Abmahnung grundsätzlich wichtig, die Ruhe zu bewahren und sich der Situation zu stellen, indem man versucht, sich sachlich mit dem Vorwurf auseinander zu setzen und insbesondere sich die gesetzten Fristen genau notiert. 

Jan B. Heidicker
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz
Beethovenstr. 3
59174 Kamen
Tel: 02307/17062
Web: www.kanzlei-heidicker.de
E-Mail:
Strafrecht, Vertragsrecht, allgemein, Zivilrecht, Urheberrecht

Daher sollen Ihnen die nachfolgenden Zeilen dabei behilflich sein:

Gegenstand der Abmahnung ist der Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung zu Lasten der GSDR GmbH aus Frankfurt.

Dem Adressaten der Abmahnung wird vorgeworfen, im Rahmen einer Internettauschbörse anderen Nutzern durch Freigabe auf seiner Festplatte vorgenanntes Musikwerk zum Download angeboten zu haben.

Von den Anschlussinhabern wird neben der Abgabe der beigefügten Unterlassungserklärung ein „Vergleichsbetrag“ in Höhe von 450, 00 € gefordert.

Geben Sie die beigefügte vorformulierte Unterlassungserklärung nicht in vorliegender Form ab, da dies als Schuldeingeständnis gewertet werden könnte.

Die Unterlassungserklärung sollte daher von einem im Urheberrecht versierten Anwalt abgeändert werden, möglicherweise nach dem sog. Hamburger Brauch.

Vor einschlägigen Internetforen muss gewarnt werden, in denen „Musterklärungen“ angeboten werden. Aufgrund der Tatsache, dass der Unterlassungsgläubiger 30 Jahre an die Erklärung gebunden ist, sollte vor der Abgabe der Erklärung ein kundiger Anwalt beauftragt werden, da es insbesondere auch immer auf den Einzelfall ankommt. Wichtig ist zunächst, dass Sie sich bei Erhalt einer Abmahnung grundsätzlich nicht einschüchtern lassen, die Angelegenheit versuchen sachlich zu betrachten und zunächst untersuchen, ob der Verstoß überhaupt zutreffen kann.

Lassen Sie sich nicht einschüchtern, sondern suchen Sie fachkundigen Rat auf.

Die geltend gemachten Forderungen können regelmäßig reduziert oder in Einzelfällen auch ganz abgewehrt werden. Zahlen Sie die geltend gemachten Beträge daher nicht ungeprüft. Insbesondere bei der vorliegenden Abmahnung, bei der es um den vermeintlichen Ureberrechtsverstoß an einem Musiktitel geht, greift nach unserer Ansicht im Hinblick auf die Kostenerstattung der Anwaltskosten die Kostendeckelung des § 97 a II UrhG auf 100, 00 € ein.

Hinzu kommt, dass in den letzten Monaten eine gewisse Tendenz in der Rechtsprechung zu erblicken ist, wonach die angesetzten Streitwerte sowie geltend gemachten Lizenzschäden durch die Gerichte erheblich reduziert werden.

Jedoch sollte beachtet werden, dass der streitgegenständliche Titel von einem sog. Top 100 Single Chart Container stammt. Auch weitere Titel, welche sich in dem Chartcontainer vom 13.09.2010 befinden, werden derzeit verstärkt durch andere Rechteinhaber und Kanzleien abgemahnt, so dass weitere Abmahnungen drohen könnten.

Sprechen Sie Ihren beratenen Anwalt darauf an, da es hierbei unter Umständen im Einzelfall angezeigt sein kann, vorbeugend tätig zu werden.

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