Nach dem Massaker an 72 illegalen Einwanderern im Nordosten Mexikos hat die Polizei in Ecuador einen mutmaßlich darin verwickelten Menschenhändler festgenommen. Der Mann sei bereits am Freitag in seinem Haus in Biblian, rund 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito, festgenommen worden, verlautete am Sonntag (Ortszeit) aus Polizeikreisen. Bei dem Mann seien verdächtige Dokumente gefunden worden, darunter die Quittung über eine Zahlung von 3000 Dollar an eine Honduranerin, die einem Menschenhändlerring angehören soll, berichtete die Zeitung "El Comercio". Der Verdächtige habe mindestens einen der Ecuadorianer geschmuggelt, die in Mexiko in der Nähe der Grenze zu den USA getötet worden seien.
Bei dem Massaker waren Ende August 58 Männer und 14 Frauen aus Honduras, El Salvador, Ecuador und Brasilien gestorben. Nur wenige Einwanderer überlebten die Bluttat. Namentlich bekannt ist lediglich der 18-jährige Ecuadorianer Freddy Lala Pomavilla. Er wurde im Gesicht verletzt und überlebte, weil er sich tot stellte. Der Jugendliche gab an, dass die Drogenbande "Los Zetas" das Massaker angerichtet habe und dass außer ihm noch eine schwangere Frau und deren Tochter überlebt hätten. Die mexikanischen Behörden gaben an, dass eine Honduranerin das Massaker überlebt habe. Demnach gehörten insgesamt 77 Menschen der Gruppe an.
Am Sonntag teilte El Salvadors Staatschef Mauricio Funes mit, dass auch ein Salvadorianer das Massaker überlebt habe. Die Zeugenaussage der drei Überlebenden aus El Salvador, Honduras und Ecuador könne der "Schlüssel" zur Aufklärung des Verbrechens sein, sagte Funes, als er auf dem Luftwaffenstützpunkt Comalapa die identifizierten Leichen von elf salvadorianischen Opfern in Empfang nahm.
6. September 2010 - 07.28 Uhr
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