Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
472.864
Registrierte
Nutzer

Fahrtkostenzuschuss, Sanktionierung, Darlehen

5.1.2016 Thema abonnieren Zum Thema: Darlehen
 Von 
Caligula123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Fahrtkostenzuschuss, Sanktionierung, Darlehen

Hallo zusammen,
dies ist mein erster Beitrag und ich bitte deshalb um etwas Nachsicht. Ich bin der Verzweiflung nahe und weiß nicht mehr weiter. Das Jobcenter kürzt mir munter die Zahlungen und ich weiß nciht, ob ich mein Konto so schnell wieder ausgleichen kann, wie mir das Geld durch die Finger rinnt.
Zur Übersicht unterteile ich meine Probleme mal in einzelne Themen:

1. Ich habe eine Sanktionierung erhalten, da ich einen Job abgelehnt habe. Dabei hätte es sich um einen Hilfsarbeiterjob für Wärmedämmungen im Dezember für zwei Wochen gehandelt. Den Job habe ich abgelehnt, weil ich schlussendlich dadurch 50€ mehr im Monat gehabt hätte. Außerdem habe ich ab Januar eine unbefristete Stelle in meinem normalen Beruf. Deswegen habe ich diesem 2 Wochen-Job keine große Priorität gegeben. Von der Qualifikation bin ich normalerweise studierter Accountant und davor habe ich als Programmierer gearbeitet.
Abgelehnt habe ich den Job, mit der Begründung, dass es sich nicht für mich rechnet. Dummerweise hat mein Fallmanager auch diese Mail bekommen und jetzt wurde ich mit 30% weniger Geld sanktioniert. Es handelt sich zwar nur um einen Monat, aber da ich im Januar 340€ für eine Jobticket ausgeben muss trifft mich das besonders hart.
Hätte ich diesen Job ablehen dürfen?

2. Da ich spontan in München keine Wohung bekommen habe und mir den Umzug derzeit absolut nicht leisten kann, muss ich pendeln, bis ich etwas Geld zusammen habe. Der Fallmanager stellte mir 250€ Hilfe für das Ticket im ersten Monat in Aussicht. Dieses wurde dann abgelehnt mit der Begründung: Ich verdiene später doch genug und soll mich dann etwas verschulden im Januar. Somit beträgt mein Saldo für den Januar: 404*0,7-430=-60€
Ist das rechtens? Ich hatte auch noch weitere hohe Ausgaben für Arbeitskleidung etc. Ich weiß wirklich nicht, wie ich über den Monat kommen soll.

3. Ich habe am 30.12.2015 das ALG II für den Januar bekommen. So, wie ich mir das zusammen gegooglet habe, muss ich das Geld zurück zahlen, wenn mein erstes Gehalt im Januar eintrifft. Gilt das auch, wenn das ALG II schon Ende Dezember eingetroffen ist?

Ich freue mich über jede Antwort! Ich bin wirklich was verzweifelt, da ich nach dem derzeitigen Stand der Dinge durch die Arbeitsaufnahme eine Miese von 1200€ mache. Das kann doch nicht im Sinne des Gesetzes sein. Da wäre es ja besser, wenn ich arbeitslos geblieben wäre...
640 ALG II-Rückzahlung + 500 persönlicher Bedarf JAN + 60 Jobticket

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben 23 weitere Fragen zum Thema
Darlehen


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11320 Beiträge, 3385x hilfreich)

@Caligula:

Zitat:
Hätte ich diesen Job ablehen dürfen?

Nein. Die Sanktion dürfte also vermutlich korrekt und - wenn überhaupt - alleinfalls aus formellen Gründen angreifbar sein. Ob solche Gründe vorliegen, kann ich mangels Informationen nicht sagen, kommt aber durchaus häufige vor, als man denkt.

Zitat:
Da ich spontan in München keine Wohung bekommen habe und mir den Umzug derzeit absolut nicht leisten kann,

Wenn der Umzug arbeitsbedingt erforderlich ist, müsste das Jobcenter für die Umzugskosten aufkommen.

Zitat:
Der Fallmanager stellte mir 250€ Hilfe für das Ticket im ersten Monat in Aussicht. Dieses wurde dann abgelehnt mit der Begründung: Ich verdiene später doch genug und soll mich dann etwas verschulden im Januar. Somit beträgt mein Saldo für den Januar: 404*0,7-430=-60€

Die Begründung halte ich für 'nen Witz. Problem ist allerdings, dass es sich bei sämtlichen Eingliederungsleistungen um Ermessensleistungen handelt, auf die kein ohne weiteres durchsetzbarer Anspruch besteht, solange nicht aufgrund der konkreten Umstände eine Ermessensreduzierung auf Null vorliegt. Das müsste ggf. ein im SGB II versierter Rechtsanswalt vor Ort prüfen.

Zitat:
muss ich das Geld zurück zahlen, wenn mein erstes Gehalt im Januar eintrifft.

Korrekt.

Zitat:
Gilt das auch, wenn das ALG II schon Ende Dezember eingetroffen ist?

Ja. Entscheidend ist nur der Zeitpunkt des ALG II-Zuflusses, sondern des Lohnzuflusses. Erhälst Du den ersten Lohn erst Anfang Februar, musst Du für Januar nichts zurückzahlen. Sprich mit dem Arbeitgeber und frage ihn, ob er nicht ausnahmsweise den ersten Lohn erst Anfang Februar zahlen kann.

Gruß,

Axel

Signatur:Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Caligula123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die rasche Antwort. Das sieht ja gar nicht gut für mich aus.
Kann ich jetzt noch die Kostenbeihilfe für einen Umzug beantragen? Ab dem 11.01. bin ich offiziell Angestellt und habe jetzt noch kein konkretes Wohnungsangebot. Wenn mein erster Lohn im JAN eintrifft endet ja meine Bedürftigkeit schon zum 31.12.?!

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 20€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Unter welchen Vorraussetzungen erhalte ich Arbeitslosengeld (ALG I)?
Die Antworten findet ihr hier:


Arbeitslosengeld: Die Verhängung einer Sperrzeit durch die Bundesagentur für Arbeit

von Rechtsanwalt Alexander Bredereck
Wann tritt eine Sperrzeit ein? / Mit Sperrzeit bezeichnet man den Zeitraum, für den der Anspruch auf Zahlung des Arbeitslosengeldes durch die Bundesagentur ... mehr

Der Anspruch des Arbeitnehmers auf Arbeitslosengeld

von Rechtsanwalt Alexander Bredereck
Was man beim Arbeitslosengeld beachten sollte / Arbeitnehmer haben bei Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn die Meldung persönlich erfolgt ... mehr