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Fahren ohne Fahrerlaubnis

23.1.2002 Thema abonnieren Zum Thema: Fahren Fahrerlaubnis
 Von 
Hannah
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Fahren ohne Fahrerlaubnis

Ich wurde zwei Tage vor meiner praktischen Prüfung an einer zwar unbelebten, nichts desto trotz öffentlichen Stelle im Wald beim „Schwarzparken“ erwischt. Obwohl ich eigentlich nicht mehr zur Prüfung zugelassen worden wäre, hat das Straßenverkehrsamt eine Ausnahme gemacht und mich die Prüfung fahren lassen.
Diese habe ich dann auch bestanden, aber natürlich nicht den Führerschein sondern eine Prüfungsbestätigung ausgehändigt bekommen.
Nach Auskunft des Straßenverkehrsamtes kann es u.U. bis zu einem Jahr dauern bis in meinem Fall ein rechtskräftiges Urteil gesprochen wird.
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass ich mich strafbar gemacht habe und werde auch dafür gerade stehen, möchte allerdings noch vor Ablauf eines Jahres die Gelegenheit bekommen, mein Handeln zu erklären. Ich bin kein notorischer Schwarzfahrer, habe bis zu dem o.g. Vorfall brav auf Verkehrsübungsplätzen geübt, kann eine ganze Kolonne von Freunden und Verwandten benennen die diese Plätze regelmäßig mit mir aufgesucht haben. Zwei Tage vor der Prüfung war ich mir bezüglich meiner Parkfähigkeiten jedoch so unsicher, dass ich mich derer einfach nochmals vergewissern wollte, nicht mehr und nicht weniger. Vom Erhalt des Führerscheins hängt meine berufliche Zukunft ab, da Stellen in meinem Ausbildungsberuf fast ausnahmslos den Führerschein voraussetzen. Zudem bin ich zur Zeit arbeitslos und da ich diesen Zustand baldmöglichst ändern wollte, hat dies den Druck auf den Führerscheinerwerb zusätzlich erhöht.
Das soll keinerlei Rechfertigung für mein Handeln, lediglich eine Beschreibung für meine Motivation sein. Ich werde in den nächsten Tagen einen Verkehrsanwalt aufsuchen, wüsste nur gern, ob jemand bereits aus ähnlichen Situationen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Strafe hat. Kann die bestandene Führerscheinprüfung rückwirkend für ungültig erklärt werden? Gelte ich als vorbestraft? Welche Sperrzeit kann auf mich zukommen?
Ich bereue diese unsinnige Tat wirklich, aber viel härter als jede Geldstrafe werde ich doch bereits dadurch bestraft, dass ich zwei Jobangebote absagen musste, und mit dem eigentlichen Zweck des Ganzen, nämlich „gefühlsmäßig“ sicherer zu werden um die Chance des Betshens zu erhöhen genau das Gegenteil erreicht habe.

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Fahren Fahrerlaubnis


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Scharnhorst
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 80x hilfreich)

In der Regel kann man mit den zuständigen Verkehrsstaatsanwälten und der Führerscheinbehörde durchaus reden. Erheblich ist in diesem Zusammenhang sicherlich Art und Umfang des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Von Interesse wäre daher, ob Sie das Fz. auch zu dem Waldstück hin bewegt haben bzw. wie sich die "Übungssituation" dort gestaltete.

Die Verfahrensdauer beträgt durchschnittlich ca. 3-5 Mon. mit Akteneinsicht und Abgabe einer Einlassung. Zur Beschleunigung wäre eine Entscheidung im Strafbefehlsverfahren anzuregen, um die aufwendige Terminierung einer Hauptverhandlung zu vermeiden. Ob diese Entscheidung dann rechtskräftig wird, haben Sie in Händen. Zu empfehlen wäre ein Rechtsmittelverzicht, da in diesem Fall die jeweilige Frist wegfallen und somit eine etwaige Sperrfrist früher beginnen würde.

In einem ähnlich gelagerten Fall - Fahren vor Wiedererlangung der Fahrerlaubnis - konnten wir eine Sperrfrist von "lediglich" 3 Monaten aushandeln. Zu prüfen sind aber immer die Umstände des Einzelfalls.
Zudem wird gewöhnlich noch eine Geldstrafe in Tagessätzen verhangen, deren Höhe vom Einkommen abhängig ist. Vorbestraft ist man erst ab 3 Monaten Freiheitsstrafe bzw. 90 Tagessätzen Geldstrafe, womit bei einem Ersttäter aber nicht ernsthaft zu rechnen ist.

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#2
 Von 
Mattes
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
ich bin ebenfalls vor meiner Fahrprüfung (Klasse 1b damals noch) mit 15 Jahren beim Schwarzfahren erwischt worden. Diese Sache ärgert mich bis heute, da ich "nur mal zum üben" mit einem Freund in der Nacht auf einer öffentlichen Straße gefahren bin. Das war nicht nur ziemlich unreif, sondern ich habe die Befürchtung das mir diese Sache unter Umständen jetzt zum Nachteil werden könnte: Ich habe damals einen Brief von der Staatsanwaltschaft bekommen, dass es bei einer schriftlichen Verwarnung bleibt. Schön und gut, Jahre später bin ich in einer Diskothek mit 2 Männern aneinander geraten und habe, was keine Ausrede sein soll und wofür ich auch die Verantwortung übernehme, weil ich ganz anders hätte reagieren müssen in dieser Situation, bei meiner Verteidigung einem der Männer einen Schlag ins Gesicht gegeben. Es kam zur Anzeige und ich wurde, da ich keinen Zeugen hatte zu einer Geldstrafe unter 90 Tagessätzen veruteilt. Jetzt ist meine Frage: steht in meinem Führungszeugnis jetzt dieser Eintrag, da ich wie ich mir denke kein Ersttäter mehr bin?? Kann mir darauf einer eine Antwort geben?

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#3
 Von 
Friedel
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Du kannst Dir doch auf jeden Fall ein polizeiliches Führungszeugnis besorgen. Keine Ahnung was das kostet aber sehr teuer kann das nicht sein.

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#4
 Von 
Mattes
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja da hast du Recht, das werde ich wohl mal machen. Danke

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