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Ex-MDR-Sportchef Mohren wegen Bestechlichkeit verurteilt

AFP VOM 29.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 628 Aufrufe
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Mohren

Gericht sieht "ganz erheblichen Schaden"

Der frühere Sportchef des MDR-Fernsehens, Wilfried Mohren, ist wegen Bestechlichkeit zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Wirtschaftsstrafkammer des Leipziger Landgerichts sprach ihn der Bestechlichkeit in 19 Fällen und der Vorteilsnahme in drei Fällen schuldig.

Wegen Betruges und Steuerhinterziehung muss Mohren zudem eine Geldstrafe von 9000 Euro zahlen, wobei 750 Euro davon bereits vollstreckt sind. Mohren hatte laut Anklage von verschiedenen Firmen und Organisationen insgesamt rund 350.000 Euro kassiert, um im Gegenzug von den Geldgebern gesponserte oder organisierte Sportveranstaltungen werbewirksam im MDR zu präsentieren. Vor Gericht hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er habe "dienstliche und private Interessen zuwenig voneinander getrennt", sagte Mohren. "Ich war naiv und habe aus heutiger Sicht Fehler gemacht."

Als strafverschärfend wertete das Gericht den "ganz erheblichen Schaden", der durch Mohren entstanden sei. Als strafmildernd wurde sein Geständnis, die U-Haft und der zuvor geschlossenen Vergleich mit dem MDR gewertet. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre Haft ohne Bewährung gefordert hatte.

Mohrens mitangeklagte Ehefrau wurde wegen Beihilfe zur Bestechung in 15 Fällen zu einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt, wovon 600 bereits vollstreckt sind. Mohren war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2005 vom MDR fristlos entlassen worden. Unmittelbar vor Prozessbeginn vor knapp drei Wochen hatte er sich mit dem MDR auf einen Vergleich geeinigt. Der ehemalige Sportchef und seine Frau zahlen dem Sender rund 380.700 Euro als Schadenersatz.

29. September 2009 - 19.26 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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