Ex-Marineleutnant wegen "Todesflügen" in Argentinien festgenommen
AFP VOM 23.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 827 Aufrufe Mehr zum Thema:Todesflüge
Pilot fliegt heute für niederländische Fluggesellschaft Transavia
Wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den "Todesflügen" während Argentiniens Militärdiktatur ist in Spanien ein Pilot der niederländischen Fluglinie Transavia festgenommen worden. Wie spanische und niederländische Behörden am Mittwoch mitteilten, wurde Julio Alberto Poch am Dienstag in Valencia festgenommen. Der Ex-Leutnant der argentinischen Marine soll für den Tod von 1000 Menschen mitverantwortlich sein.
Poch sei auf Ersuchen Argentiniens aufgegriffen worden, sagte ein Sprecher des niederländischen Außenministeriums. Er habe die argentinische und die niederländische Staatsbürgerschaft und stehe im Verdacht, an den sogenannten Todesflügen beteiligt gewesen zu sein. Eine Transavia-Sprecherin bestätigte die Festnahme am Flughafen von Valencia. Der Pilot sei für einen Rückflug in die Niederlande eingeteilt gewesen. "Wir warten nun auf Informationen über die genauen Vorwürfe gegen ihn, sagte die Sprecherin.
Nach Angaben des spanischen Innenministeriums handelt es sich bei Poch um einen pensionierten Leutnant der argentinischen Marine. Er soll während der argentinischen Diktatur als Pilot auf der Luftwaffenbasis der Marine-Technikerschule ESMA gearbeitet haben - die ESMA war während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 eines der größten Folterzentren und Gefängnisse des Landes. Damals verschwanden schätzungsweise 30.000 Menschen spurlos. Viele von ihnen wurden betäubt und aus Flugzeugen in den Rio de la Plata geworfen.
23. September 2009 - 15.33 Uhr
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