Ex-Lehman-Chef will von Bilanztricks nichts gewusst haben
AFP VOM 20.4.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 652 Aufrufe Mehr zum Thema:Bilanz, Lehman Brothers
Gutachter wirft Bank Verschleierung von Schulden vor
Der Chef der früheren US-Investmentbank Lehman Brothers, Richard Fuld, will von den Bilanzmanipulationen in seinem Haus nichts gewusst haben. "Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, in meiner Zeit als Lehman-Chef irgend etwas über Repo-105-Transaktionen gehört zu haben", heißt es in einer ins Internet gestellten Stellungnahme Fulds, die er heute vor einem Kongressausschuss in Washington abgeben will. Seines Wissens habe sich Lehman Brothers stets an alle Regeln und Verpflichtungen gehalten, hieß es weiter.
Der von einem Gericht bestellte Gutachter Anton Valukas wirft der Bank vor, durch Bilanztricks - sogenannte Repo 105 - das Ausmaß ihrer Verschuldung verschleiert zu haben. Er hält Fuld für mitverantwortlich, da er die geschönten Bilanzen zertifiziert habe. In seinem Gutachten zitiert Valukas aus der Email-Korrespondenz von Lehman-Managern, aus der hervorgeht, dass sie ihre Methoden zwar für rechtlich machbar, aber zweifelhaft hielten. Fuld muss sich am heute vor einem Kongressausschuss verantworten.
Der Zusammenbruch von Lehman-Brothers im September 2008 hatte die Finanzkrise massiv beschleunigt und zu großen Turbulenzen auf den Finanzmärkten geführt. In der Folge gingen mehrere kleinere Finanzinstitute pleite, zahlreiche Anleger auch in Deutschland verloren ihr Geld. Viele Staaten mussten der Finanzwirtschaft mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen.
20. April 2010 - 09.01 Uhr
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