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Ex-Chef des Bata-Schuhkonzerns posthum von NS-Vorwürfen entlastet

AFP VOM 26.6.2007 | Nachrichten - Nachrichten | 1920 Aufrufe
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Gericht: Jan Antonin Bata war kein Nazi-Kollaborateur

Der einstige Chef des tschechischen Schuhkonzerns Bata ist posthum vom Vorwurf der NS-Kollaboration entlastet worden. "Wir haben die Entscheidung, die wir wollten, mein Onkel war unschuldig", sagte der 92-jährige Tomas Bata am Montag, nachdem ein Prager Gericht ein Urteil aus dem Jahr 1947 kippte, das seinen Onkel Jan Antonin Bata als Nazi-Helfer gebrandmarkt hatte. Die Richterin Marie Markova urteilte, ihre Vorgänger vor 60 Jahren hätten nicht alle vorliegenden Beweise bei ihrem Urteil berücksichtigt. Die tschechische Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob der gesamte Fall neu aufgerollt wird, damit der Name Jan Antonin Batas endgültig vom Nazi-Makel befreit wird.

Jan Antonin Bata hatte nach dem Unfalltod seines Bruders 1932 den weltbekannten Schuhkonzern übernommen und ihn in die weltweite Expansion geführt. 1939 floh er aus der von Hitlerdeutschland besetzten Tschechoslowakei nach Brasilien. Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs verurteilte ihn ein tschechoslowakisches Gericht zu 15 Jahren Haft und verstaatliche seinen Besitz.

Das neue Verfahren zur Entlastung seines Rufs wurde vom tschechischen Staat mit Unterstützung der Bata-Familie angestrengt. Die Anwälte führten nun unter anderem an, dass Bata mit 250.000 Dollar die tschechische Exilregierung von Eduard Benes unterstützte. Der Unternehmer habe dies aber nicht öffentlich kundtun können, weil seine Schuhfabriken in seiner besetzten Heimat weiter arbeiteten.

25. Juni 2007 - 23.53 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007


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