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Eurotrain- Konsortium reicht Milliardenklage in Taiwan ein

AFP VOM 20.3.2001 | Nachrichten - Aktuelles | 5208 Aufrufe
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Siemens, Alstom, Eurotrain

Wegen des gescheiterten Verkaufs ihres Hochgeschwindigkeitszuges Eurotrain an Taiwan verlangen die beiden Hersteller Siemens und Alstom Schadenersatz in Milliardenhöhe. Wie die taiwanische Streckenbetreibergesellschaft Taiwan High Speed Rail Corp. (THSRC) am Dienstag in Taipeh mitteilte, fordern die europäischen Unternehmen in einer Zivilklage umgerechnet 1,7 Milliarden Mark (888 Millionen Euro) als Entschädigung wegen des entgangenen Auftrages. Die taiwanische Seite hatte Ende 1999 dem japanischen Schnellzug Shinkansen den Vorzug für die 345 Kilometer lange Strecke zwischen Taipeh und der südtaiwanischen Stadt Kaohsiung gegeben. Zwei Jahre zuvor hatte die Betreibergesellschaft in einem Vorvertrag Eurotrain als "bevorzugten Anbieter" des Systems bezeichnet.

"Wir haben uns auf die von uns erwartete Klage vorbereitet", sagte ein THSRC-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Eurotrain beauftragte demnach ein Gericht in Singapur, über den Disput zu entscheiden. Dabei mache das deutsch-französische Konsortium seine Auslagen über die vergangenen vier Jahre geltend.

THSRC hatte im Dezember 1999 zur Überraschung des deutsch-französischen Konsortiums dem Taiwan Shinkansen Consortium (TSC) den Zuschlag für den Auftrag im Wert von drei Milliarden Dollar gegeben. Die Betreibergesellschaft begründete den Schritt damit, dass die japanischen Anbieter ein finanziell interessanteres Angebot und bessere Konditionen bei der Instandhaltung der gelieferten Zugsysteme geboten hätten.

Das insgesamt fünf Milliarden Dollar teure Projekt soll 2003 abgeschlossen sein. Pro Jahr sollen auf der Verbindung dann 100 Millionen Passagiere transportiert werden. Dem japanischen Konsortium TSC gehören die Konzerne Mitsubishi Heavy Industries, Marubeni, Mitsui, Kawasaki Heavy Industries, Toshiba Electric und Sumitomo an.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2001

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