Europaabgeordnete kritisiert Timoschenkos Behandlung in der Haft
AFP VOM 21.2.2012 | Nachrichten - Allgemein | 592 Aufrufe Mehr zum Thema:Timoschenko, Behandlung, Haft
Roithova: Ex-Regierungschefin wird nicht richtig therapiert
Die Gesundheitsprobleme der inhaftierten ehemaligen ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko gehen nach Angaben einer tschechischen Europaabgeordneten auf eine schlechte Behandlung der Gefängnisärzte zurück. "Sie haben ihr die Krücken vorenthalten und die Behandlung mit Schmerzmitteln beendet", sagte die Abgeordnete und Ärztin Zuzana Roithova am Dienstag der Nachrichtenagentur CTK.
Timoschenko habe "stundenlange Verhöre" über sich ergehen lassen, sagte die frühere tschechische Gesundheitsministerin. "Sie ist wirklich geplagt und gequält." Roithova sagte, sie nehme jetzt die Sorgen von Timoschenkos Familienangehörigen "sehr viel ernster", wonach sie "toxischen Substanzen" ausgesetzt worden sein könnte, damit sie dem "Druck des Regimes" nachgebe.
Roithova war am Sonntag in die Ukraine gereist, um für das Europaparlament einen Bericht über Timoschenkos Gesundheitszustand zu erstellen. Sie konnte einen ärztlichen Bericht vom November einsehen, durfte Timoschenko aber nicht im Gefängnis besuchen. Aus dem Bericht geht laut Roithova hervor, dass angesichts von Timoschenkos heftigen Kreuzschmerzen eine entsprechende Therapie notwendig gewesen wäre. Dies sei aber nicht erfolgt.
Die seit August inhaftierte Timoschenko war im Oktober wegen Machtmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie wurde für schuldig befunden, während ihrer Zeit als Ministerpräsidentin ihre Machtbefugnisse überschritten und ihrem Land beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland Schäden in Millionenhöhe zugefügt zu haben. Ihre Tochter setzt sich im Westen dafür ein, mehr Druck auf die Ukraine auszuüben.
Die ukrainische Opposition ist überzeugt, dass Präsident Viktor Janukowitsch seine wichtigste Konkurrentin vor der Parlamentswahl im Oktober ausschalten will. Auch die Europäische Union kritisiert Timoschenkos Inhaftierung als politisch motiviert. Vergangene Woche konnte erstmals eine Gruppe deutscher und kanadischer Ärzte Timoschenko in der Haft untersuchen. Die ärztlichen Befunde wurden bislang aber nicht veröffentlicht.
21.02.2012 - 16:30 Uhr
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