Erster Tag des Papstbesuchs in Spanien von Protesten begleitet
AFP VOM 18.8.2011 | Nachrichten - Allgemein | 549 Aufrufe Mehr zum Thema:Protesten, Papst, Weltjugendtag
Benedikt XVI. warnt Gläubige vor "Launen des Augenblicks"
Inmitten von Protesten hat Papst Benedikt XVI. am Donnerstag seinen viertägigen Besuch des Weltjugendtags in Madrid begonnen. Bei seinem ersten Auftritt vor hunderttausenden Gläubigen im Zentrum der spanischen Hauptstadt warnte er vor "modischen Ansichten" und "Launen des Augenblicks". Die Polizei verhinderte eine Demonstration von Homosexuellen gegen die Lehren der katholischen Kirche und kesselte eine weitere Kundgebung von Gegnern ein.
Die Gläubigen bereiteten dem im Zentrum der Hauptstadt einen begeisterten Empfang. Der Bürgermeister von Madrid, Alberto Ruíz-Galardón, händigte dem Oberhaupt der katholischen Kirche symbolisch die Schlüssel der Stadt aus. Jugendliche übergaben Benedikt XVI. mehrere Geschenke, darunter einen kleinen Olivenzweig als Friedenssymbol.
Auf der zentralen Plaza de Cibeles riet der Papst seinen Zuhörern von einer riesigen Bühne herab, ihr Leben auf "festem Stein" und nicht auf Sand zu begründen, der "vom ersten Windstoß" hinweggefegt werden könne. "Überall warten Versuchungen, und es ist wichtig, ihnen nicht zu erliegen", predigte Benedikt XVI.
Bereits am Mittag sagte er bei seiner Ankunft am Flughafen Barajas mit Blick auch auf die Jugendproteste in Spanien, der Mensch und nicht der Profit müsse Mittelpunkt der Wirtschaft sein. Die Arbeitslosigkeit liegt in Spanien bei mehr als 20 Prozent. Besonders betroffen sind junge Menschen, die sich aus Wut zuletzt zur Protestbewegung der sogenannten Empörten zusammengetan hatten.
Am Flughafen wurde der Papst von König Juan Carlos und Königin Sofia empfangen. Von dort machte er sich im Papamobil auf den Weg ins Stadtzentrum. Der 84-Jährige will sich vier Tage lang in Madrid aufhalten. Höhepunkt seines Besuchs sind ein Kreuzweg am Freitag, eine Abendandacht auf der Luftwaffenbasis Cuatro Vientos vor der Stadt am Samstag und eine Messe am Sonntagvormittag.
Der Papstbesuch wurde jedoch von Beginn an von gewaltsamen Ausschreitungen überschattet. Bei Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und der Polizei wurden am Mittwochabend elf Menschen verletzt. Nach Polizeiangaben hatten sich rund 4000 Demonstranten versammelt und waren durch die Stadt gezogen. Die Kritiker bemängeln unter anderem die hohen Kosten des Papstbesuchs.
Am Donnerstagabend sollte der Papst mit einer Kussaktion von etwa hundert Lesben und Schwulen konfrontiert werden, aber die Polizei verhinderte die Kundgebung gegen den "Fundamentalismus" und die rigide Sexualmoral der katholischen Kirche. Zudem kesselten Beamte etwa hundert Demonstranten auf einem Platz in der Nähe der Plaza de Cibeles ein und schloss umliegende Bahnhöfe.
18.08.2011 - 22:01 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2011


