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Erste Anklage wegen Anschlägen vom 11. September

AFP VOM 29.8.2002 | Nachrichten - Aktuelle Prozesse | 5597 Aufrufe
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Rasterfahndung, 11., September, WTC

- Marrokaner soll sich in Hamburg verantworten

Knapp ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September ist erstmals in Deutschland Anklage gegen einen mutmaßlichen Helfer der Selbstmordattentäter erhoben worden. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, soll sich der 28-jährige Marrokaner Mounir El M. wegen des Verdachts der Beteiligung an den Anschlägen in den USA vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamburg verantworten. Einzelheiten will Generalbundesanwalt Kay Nehm am Donnerstag bekannt geben.

Der Marrokaner war Ende November 2001 in Hamburg festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft hatte dem an einer Hamburger Uni eingeschriebenen Studenten vorgeworfen, die Urheber der Anschläge vom 11. September logistisch unterstützt zu haben. Damals hieß es, M. habe per Vollmacht ein bei einer Hamburger Bank eingerichtetes Konto des 23-jährigen Marwan Alshehhi verwaltet, der am 11. September mit einem der entführten Flugzeuge in das World Trade Center in New York gerast war. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern.

Nach der Festnahme von M. hatten Medien berichtet, der Student der Elektrotechnik bestreite, von den Anschlägen gewusst zu haben. In seiner Wohnung seien überdies versteckte Briefe von Gaswerken und Krankenkassen an Alshehhi und den Todespiloten Mohamed Atta gefunden worden.

Offen blieb zunächst, wann das OLG Hamburg über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den 28-Jährigen entscheiden wird. Der zuständige Senat werde zunächst die umfangreichen Akten prüfen, sagte der Gerichtssprecher. Bei der Bundesanwaltschaft laufen derzeit etwa zehn Ermittlungsverfahren, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. September stehen.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2002


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