Ermordung von Hamas-Führer in Dubai gibt neue Rätsel auf
AFP VOM 16.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 799 Aufrufe Mehr zum Thema:Hamas, Mord
Mehrere Verdächtige hatten gefälschte Pässe
Die Ermordung des Hamas-Anführers Mahmud Abdel Rauf el Mabhuh am 20. Januar in Dubai gibt den dortigen Behörden immer neue Rätsel auf. Mehrere mutmaßlich in den Mord verwickelte Verdächtige besaßen nach Informationen aus Irland, Großbritannien und Israel gefälschte ausländische Pässe. Israelische Medien gehen inzwischen davon aus, der israelische Geheimdienst Mossad könnte hinter der Tat stecken.
Mabhuh wurde nach Behördenangaben aus Dubai am 20. Januar bei einem Anschlag in dem Hotel Bustan Rotana umgebracht. Nach Angaben seines Bruders wurde der 50-Jährige mit starken Stromstößen gequält und erwürgt. Mabhuh wird von Israel für die Entführung zweier israelischer Soldaten zu Beginn des ersten Palästinenseraufstandes Intifada (1987-1993) verantwortlich gemacht. Die Soldaten wurden ermordet.
Am Dienstag wurde etappenweise bekannt, dass die von den Behörden in Dubai gesuchten Verdächtigen über offenbar ausnahmslos gefälschte Ausweise aus Großbritannien, Irland, Deutschland und Frankreich verfügten. Drei der Gesuchten hätten falsche irische Ausweise gehabt, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Dublin. Ein Abgleich mit der Datenbank des Amtes habe ergeben, dass es weder die Namen noch die Nummern der Pässe gebe, wie sie in arabischen Medien wiedergegeben worden seien. Auch die britische Regierung gab bekannt, die von sechs der insgesamt elf gesuchten Verdächtigen benutzten britischen Pässe seien gefälscht gewesen.
Die gefälschten britischen Pässe enthielten unter anderem die persönlichen Daten von vier Israelis, berichtet das zweite Programm des israelischen Fernsehens. Allerdings waren die Fotos ausgetauscht worden. "Das ist mein Pass, aber ich habe Israel nicht verlassen", sagte der Israeli Paul Kelly, der auch die britische Staatsangehörigkeit hat. Auch der Israeli Steven Hod sagte, seine Identität sei "gestohlen" worden. Der Privatsender 10 berichtetet, neben den sechs Israelis mit doppelter britischer Staatsbürgerschaft sei auch der gesuchte Deutsche ein Israeli mit doppelter Staatsangehörigkeit.
Israelische Geheimdienstkommandos haben in der Vergangenheit wiederholt mit gefälschten ausländischen Pässen im Ausland operiert. 1997 versuchten Geheimdienst-Agenten den Exilchef der Hamas, Chaled Meschaal, in Jordanien umzubringen. Dabei bedienten sie sich kanadischer Pässe.
16. Februar 2010 - 21.00 Uhr
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