Ermittlungen in Abhörsskandal weiten sich über Murdoch-Medien aus
AFP VOM 21.7.2011 | Nachrichten - Allgemein | 469 Aufrufe Mehr zum Thema:Abhörsskandal, News of the World, Murdoch
Britischer Vize-Premier Clegg fordert umfassende Aufklärung
Die Ermittlungen zum Abhörsskandal um die britische Boulevardzeitung "News of the World" des Medienmagnaten Rupert Murdoch weitet sich auf Zeitungen anderer Verlage aus. Die Polizei habe bereits vor einiger Zeit einen Bericht über Untersuchungen zur Verwendung privater Ermittler durch britische Zeitungen aus dem Jahr 2006 angefordert, erklärte das Büro des britischen Datenschutzbeauftragten am Donnerstag. Demnach führte die Tageszeitung "Daily Mail" mit 952 Anfragen an Privatdetektive die Liste an, die "News of the World" lag mit 228 Anfragen auf dem fünften Platz. Die entsprechende Untersuchung wurde der Polizei den Angaben zufolge vor drei Monaten übergeben.
Der liberale Vize-Premierminister Nick Clegg forderte unterdessen, den Skandal um die inzwischen eingestellte "News of the World" zu nutzen, um die "zwielichtigen Beziehungen" zwischen Politik und Medien aufzuklären. "Dies ist eine in dieser Generation einmalige Chance, die trüben Praktiken und die zwielichtigen Beziehungen richtig aufzuklären, die im Herzen des britischen Systems zwischen Presse, Politik und Polizei Wurzeln geschlagen haben", sagte Clegg in London.
Zugleich verteidigte Clegg seinen Koalitionspartner und Regierungschef David Cameron: Dieser habe "kategorisch" versichert, dass es keine "unangemessenen Diskussionen" zum Übernahmeangebot des Bezahlsenders BSkyB durch Murdoch gegeben habe. Cameron hatte am Mittwoch im Unterhaus Stellung genommen zu den Vorwürfen, wonach er nicht die notwendige Distanz zu Murdoch gewahrt habe. Insbesondere wird ihm vorgehalten, den früheren Chefredakteur der "News of the World", Andy Coulson, als Pressesprecher beschäftigt zu haben, obwohl dieser im Verdacht stand, die Abhöraktion in Auftrag gegeben zu haben.
21.07.2011 - 16:31 Uhr
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