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Ermittlungen gegen Bahn nach Klimaanlagenausfall in ICEs

AFP VOM 12.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1581 Aufrufe
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ICE, Bahn, Evakuierung

Schulleiterin kündigt Schadenersatzforderung an

Das Hitzechaos nach dem Ausfall der Klimaanlage in drei ICEs hat ein Nachspiel für die Deutsche Bahn. Wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen Bahn-Verantwortliche. Verkehrsminister Peter Ramsauer und Verbraucherministerin Ilse Aigner (beide CSU) forderten Bahn-Chef Rüdiger Grube auf, die Probleme abzustellen.

Am Samstag war in drei ICEs die Klimaanlage komplett ausgefallen, weshalb zwei der Züge in Hannover und einer in Bielefeld geräumt werden mussten. In Bielefeld kamen neun Schülerinnen und Schüler von zwei verschiedenen Schulen dehydriert ins Krankenhaus, alle Verletzten konnten die Krankenhäuser aber wieder verlassen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei in Münster sagte, wurden Ermittlungen gegen namentlich noch nicht bekannte Bahn-Verantwortliche wegen des am Samstag in Bielefeld gestoppten ICE eingeleitet. Für diese Ermittlungen habe die Bundespolizei mit der Befragung von Zeugen begonnen. Außerdem müsse eine technische Untersuchung durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) abgewartet werden.

Ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes sagte, es seien Untersuchungen eingeleitet worden, wie es zum Ausfall der Klimaanlage in mehreren Zügen kommen konnte. Dabei sollten sowohl die Fahrzeuge als auch die betrieblichen Abläufe untersucht werden.

Nach den Worten eines Bahn-Sprechers gab es über die drei Totalausfälle der Klimaanlage hinaus in weiteren Zügen in einzelnen Waggons einen Ausfall der Klimaanlage. Um wieviele weitere Züge es sich handle, könne er aber nicht sagen.

Bahn-Chef Rüdiger Grube schickte den Generalbevollmächtigten der Bahn in Nordrhein-Westfalen, Reiner Latsch, an das Sankt-Bernhard-Gymnasium in Willich. Eine Gruppe der Schule saß in dem betroffenen Zug, vier Schüler mussten ins Krankenhaus.

Wie die Leiterin der ebenfalls betroffenen Remscheider Sophie-Scholl-Gesamtschule, Brigitte Borgstedt, der Nachrichtenagentur AFP sagte, meldete sich bei ihr kein Bahn-Verantwortlicher. Von der Schule mussten fünf Schüler ins Krankenhaus. "Es ist ein starkes Stück, dass die sich nicht gemeldet haben", sagte Borgstedt. Die Schule werde bei der Bahn Schadenersatz geltend machen. Außerdem rate sie den Eltern, für ihre Kinder Schmerzensgeld einzufordern.

Aigner sagte der "Bild"-Zeitung, es sei ein "ernster Vorgang, wenn einzelne Fahrgäste sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen erleiden". Die Deutsche Bahn müsse den Ursachen "umgehend auf den Grund gehen und die technischen Probleme abstellen".

12. Juli 2010 - 17.13 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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