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Ergänzend Hartz 4 und Meldeadresse eines Freundes

6.1.2011 Thema abonnieren Zum Thema: Hartz
 Von 
SchlumpiHB
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Ergänzend Hartz 4 und Meldeadresse eines Freundes

Hallo,

ich habe mich eben gerade hier neu angemeldet, da ich rein rechtlich gerade nicht genau weiß, wie es gehandhabt würde.

Folgendes,

ich beziehe ergänzend H4 von 345.-, habe einen Bekannten, der sich gerade von der Ehefrau trennt, somit eine neue Meldeadresse und Depot für ein paar Sachen braucht. Hin und wieder wäre er auch über Nacht mal da, aber die nächsten Monate hauptsächlich eigentlich in Therapie, da Burn Out diagnostiziert wurde.

Kann er sich bei mir anmelden und ein paar Klamotten hier deponieren ohne das mir dadurch Nachteile entstehen?

Geht halt nur um ein paar Monate, bis er wieder einigermassen hergestellt ist und sich dann was eigenes suchen kann.

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Hartz


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11147 Beiträge, 3389x hilfreich)

@SchlumpiHB:

Wie ist denn die finanzielle Sitaution Deines Bekannten?

Fest steht, dass Du das Ganze der ARGE melden musst. Die wird dann bei Deiner Bedarfsberechnung nur noch die Hälfte Deiner Unterkunftskosten berücksichtigen. Die andere Hälfte müsste Dein Bekannter zahlen.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#2
 Von 
SchlumpiHB
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort.

Ist das echt so krass? Das ist ja schon schräg. Finanziell würde er das schon hin kriegen nur wohnt er hier ja in dem Sinne nicht, sondern würde sich hier ja nur anmelden und ein paar Sachen bunkern. Wenn er nun die Hälfte der Miete zahlen müsste, wäre ja mein Zuschuss zum Arbeiten weg. Denn meine Miete sind 531.- Euro. Hm. Och Mensch.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(50455 Beiträge, 23500x hilfreich)

quote:
nur wohnt er hier ja in dem Sinne nicht,

Besuche (auch etwas längere) gelten nicht als Bedarfgemeinschaft.



quote:
sondern würde sich hier ja nur anmelden und ein paar Sachen bunkern.

Besucher ändern aber definitv nicht die Meldeadresse auf die des Besuchten sondern behalten ihre eigene.



quote:
Finanziell würde er das schon hin kriegen

Eine eigene Wohnung käme ihn mit Sicherheit wesentlich teurer ...





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#4
 Von 
Gerd aus Berlin
Status:
Lehrling
(1435 Beiträge, 683x hilfreich)

AxelK schrieb:

quote:
Fest steht, dass Du das Ganze der ARGE melden musst. Die wird dann bei Deiner Bedarfsberechnung nur noch die Hälfte Deiner Unterkunftskosten berücksichtigen. Die andere Hälfte müsste Dein Bekannter zahlen.

Die Hälfte (bzw. ein kopfteiliger Mietanteil, also entsprechend ein Drittel bei drei Leuten usw.) wird angenommen beim Zusammenwohnen von Familienmitgliedern, sagte glaub ich sogar mal das Bundessozialgericht.

Bei Kumpels kann man frei vereinbaren, was die zahlen für ein kleines Zimmerchen oder das Unterstellen von Koffern. Diese Höhe der Zahlung mindert dann die Kosten der Unterkunft und Heizung, die das Amt für ALG II übernimmt, analog zu dieser Regelung in Absatz 1 § 22 Sgb II:
"Rückzahlungen und Guthaben, die den Kosten für Unterkunft und Heizung zuzuordnen sind, mindern die nach dem Monat der Rückzahlung oder der Gutschrift entstehenden Aufwendungen"

Das Amt kann natürlich Zweifel äußern an der Plausibilität und der Glaubwürdigkeit einer solchen Vereinbarung (muss aber nicht), selbst wenn darüber ein schriftlicher Mietvertrag vorliegt. MIt welchem Erfolg, das entscheidet am Ende ein Sozialgericht.

Insofern hat der Untervermieter keinen Cent weniger ALG II mit Untermieter - im Gegenteil: Wenn sich der Kumpel zudem noch an Strom und Telefon und Internet und Kabel beteiligt, schont das die Regelleistung. Denn diese Beteiligung wird nicht auf die Höhe der KdUH angerechnet.

Gruß aus Berlin, Gerd

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"I shot the sheriff,
but I did not shoot the deputy."

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