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Erdbewohner können doch keine Grundstücke auf dem Mond kaufen

AFP VOM 15.3.2004 | Nachrichten - Nachrichten | 10351 Aufrufe
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Mond, Grundstück, Weltraum, Space

- Völkerrechtsexperten prüfen Proteste gegen US-Weltraumpläne

Egal wie teuer der Preis war oder wie offiziell die Eigentumsurkunde aussieht: Erdbewohner können im Weltraum keine Grundstücke besitzen - das zumindest meint das Institut für Völkerrecht in Münster nach einer eingehenden Prüfung. "Wer in der Vergangenheit ein Grundstück auf dem Mond oder auf einem anderen Himmelskörper gekauft hat, ist möglicherweise einem Betrüger aufgesessen und sollte sein Geld sofort zurückverlangen", erklärte Direktor René Schneider am Montag. "Der Weltraum einschließlich des Mondes unterliegt keiner nationalen Aneignung." Hintergrund ist ein "Streit" über die Raumfahrtpläne von US-Präsident George W. Bush, der Mond und Mars besiedeln will. Dagegen protestieren nun Menschen aus aller Welt, die bei Privatfirmen oder im Internet Weltraumgrundstücke gekauft haben.

Die Juristen des Völkerrechts-Instituts berufen sich in ihrer Argumentation auf den Weltraumvertrag von 1967, der Teil des internationalen Völkerrechts ist. Da noch keine Privatperson auf einem anderen Planeten gelandet sei, habe auch niemand dort tatsächlich Landbesitzer werden können, erklärte Schneider. Die Anbieter von Weltraumgrundstücken wären somit selbst nicht Eigentümer, so dass sie diese auch nicht verkaufen könnten. "Auch im Weltraum gilt ganz unbestreitbar der Grundsatz, daß niemand mehr Rechte übertragen kann, als er selber besitzt."

In Deutschland gibt es mittlerweile sogar eine ganze Protestgruppe gegen Bushs ehrgeizige Raumfahrtpläne. 60 Leute aus dem Sauerland hatten vor drei Jahren für umgerechnet 15 bis 20 Euro eigene Mondgrundstücke von einem US-Anbieter gekauft. In unzähligen Briefen an das Weiße Haus erklärten sie nun, sie wollten keine Flaggen oder Weltraumfahrzeuge auf ihrem Land. Viele wollen den US-Astronauten verbieten, "ihr Land" auf dem Mond zu betreten. Einige der wütenden Mondliebhaber schlugen gar den eher schwierig zu realisierenden Bau von Schutzzäunen um die Grundstücke vor.

15. März 2004 - 14.04 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004


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