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Erben mit drei Kindern

3.1.2006 Thema abonnieren Zum Thema: Erben
 Von 
Ichbinsdochnur
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Erben mit drei Kindern

Hallo,
habe zu dieser Problematik hier nichts gefunden und stelle folgende Frage:
Eltern verheiratet, Haus im Eigetnum beider. Drei Söhne vorhanden, ein Sohn bezieht Hartz IV und wohnt zu Hause. Folgende Fallbeispiele: 1. Ein Elternteil verstirbt, überlebender Ehegatte bekommt die Hälfte, der Rest wird unter den drei Kindern aufgeteilt. Was ist mit dem Hartz IV-Empfänger? Kann Vater Staat an das Geld heran? 1a. Die Kinder setzen sich zusammen und unterschreiben einen Erbverzicht im Falle des Erstversterbenden. Verstirbt der zweite Elternteil, so soll die gesetzliche Erbfolge eintreten. Ist dieser Verzicht des Hartz IV-Empfängers rechtsmäßig oder kann Vater Staat den Pflichtteil verlangen, oder durch den Verzicht das Hartz IV-Einkommen ermäßigen?
Ich hoffe auf reichhaltige Antworten.

Michael und Angelika

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Erben


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7949 Beiträge, 2162x hilfreich)

Der HartzIV-Empfänger: bildet der eine Bedarfsgemeinschaft mit den Eltern oder hat er einen eigenen Haushalt?
Wenn er einen eigenen Haushalt hat, erfährt doch die Behörde nicht, wenn die Eltern sterben. Die Kinder brauchen ja das Erbe nicht anfordern/annehmen.
Allerdings weise ich daraufhin: wenn ihr auf das Erbe verzichtet bei 1. Tod: vielleicht heiratet der Überlebende doch noch mal (Vater könnte sogar noch neue Erbe "produzieren") und dann sieht die Sache anders aus.
Allerdings gebe ich zu bedenken, dass ihr gerne möchtet, dass ich dafür zahle, dass eurer Bruder ein Erbe bekommt, denn Vater Staat ist jeder Steuerzahler. Die neuen Gesetzte sollen ja gerade dazu führen, dass nur noch die WIRKLICH Bedürftigen Unterstützung bekommen.
Vater Staat würde nicht an das Erbe herangehen, sondern nur erwarten, dass man von diesem Geld lebt, bis es verbraucht ist.
Führer hat man gesagt: Ich spare für schlechte Zeiten. Jetzt erwartet man, dass andere zahlen, wenn die schlechten Zeiten für einen selber da sind.

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#2
 Von 
Ichbinsdochnur
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ersteinmal Danke für Deine Antwort. Es ist so. Mein Bruder hat eine "Lebensgemeinschaft" mit meinen Eltern. Es geht uns eigentlich nur darum. Meine Bruder ist eine "faule" Socke...

Wir wollen verhindern, das wenn ein Elternteil verstirbt, Vater Staat an den Erbteil von meinen Bruder bekommt, welcher Harzt IV bekommt. Nicht, dass Vater Staat ankommt und sagt: Sie haben geerbt... nun können sie von dem Geld leben. Meine Eltern haben dann nicht das Geld, den Pflichtteil zu zahlen bzw. meinen Bruder weiter durchzufüttern..... Es soll so geregelt werden, das wenn ein Ehepartner (123recht.net Tipp: Berliner Testament ) verstirbt, der andere überlebende Ehegatte das Haus komplett bekommt, damit dieser darin alt werden kann ohne finanzielle Sorgen. Es muss nur "hieb-und stichfest" sein... Was nach dem tod von beiden Elternteilen kommt ist uns eigentlich relativ egal... Wir Kinder sollen dann gemeinschaftlich das Haus erben. So wollen es unsere Eltern. Dann wird das Haus sowieso verkauft... Oder habt Ihr einen besseren Vorschlag, wie man umgehen kann, dass Vater Staat etwas bekommt. Ggf. mein Bruder auf das Erbe verzichtet und wir uns privat einigen? Darf mein Bruder als Harzt IV Empfänger auf ein erbe überhaupt verzichten??? Bei der Gelegenheit. Muss ich eigentlich für meinen Bruder fianziell aufkommen in irendeiner Form?

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#3
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7949 Beiträge, 2162x hilfreich)

Hallo Ichbinsdochnur,
1) Geschwister müssen nie füreinander aufkommen, nur Verwandte in direkter gerade Linie (z.B. Enkel - Großeltern).
2) Ich würde den Eltern ein Berliner Testament empfehlen (mit dem Hinweis, dass wenn man sofort sein Erbe verlangt, man nur den Pflichtteil erhält). Sie können die Klausel aufnehmen, das nach dem Tod des zweiten Elternteils das Haus verkauft werden soll und dann jedes der 3 Kinder (Namen, Anschrift, Geburtsdatum erwähnen) je 1/3 erbt oder sie bei dem faulen Bruder es auf den Pflichtteil begrenzen (1/6) und die anderen 5/6 auf die anderen Brüder aufgeteilen.
Vielleicht nimmt der faule Bruder bis dahin doch mal eine Tätigkeit auf und selbst wenn nicht, dann muss er halt sein Erbe verbrauchen, bis der Steuerzahler wieder herhalten muss.
Vater Staat kann niemanden zwingen, ein Pflichtteil anzufordern, allerdings weiß ich nicht, wie es in diesem Fall ist, da deine Eltern ja mit dem Bruder eine Bedarfsgemeinschaft bilden. Vielleicht fragst du noch mal in dem Forum Sozialversicherungsrecht/Arbeitsrecht, da dort viele Fragen bezüglich Hartz IV gestellt werden.

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