Entlassung von Lehrer nach Sex-Chat mit Schülerin

Mehr zum Thema:

Beamtenrecht Rubrik, Lehrer, Entlassung, Sex-Chat, Schülerin, Dienstvergehen

4,14 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
7

Verwaltungsgericht: Schweres Dienstvergehen

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Private Chats zwischen Lehrern und Schülern können für den Beamten das Aus bedeuten: Ein Lehrer auf Probe hatte mit einer 16-jährigen Schülerin auf einem sozialen Netzwerk privat gechattet. Im Chat hatte er die Schülerin gebeten, mit ihm zu schlafen. Die Teenagerin informierte die Schule über die Inhalte des Chats. Der Lehrer durfte daraufhin nicht mehr unterrichten und wurde aus dem Beamtenverhältnis entlassen.

Er wehrte sich gegen diese Entscheidung, aber das Verwaltungsgericht Aachen hielt die Entlassung für gerechtfertigt: Auch ohne körperlichen Kontakt liegt ein schweres Dienstvergehen vor. Der sexuelle Kontakt über den Chat greift bereits in den Kernbereich der Pflichten eines Lehrers ein. Der Lehrer habe gezeigt, dass er seine Bedürfnisse über die normale Entwicklung einer Schülerin stellt, so das Gericht. Auch bei Beamten auf Lebenszeit hätte der Chat daher zur Entlassung geführt (Az 1 K 2155/13).

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Strafrecht Besitz von Kinderpornografie ist nicht zwingend ein Entlassungsgrund
Strafrecht - Straftaten Die rechtlichen Folgen des sexuellen Kontakts mit Minderjährigen
Strafrecht Rechtsrat bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen